Über Bowle und Geräuschebrei: HechtFest 2015

Das HechtFest am letzten August-Wochenende schließt den Stadtviertelfest-Marathon ab, bevor sich ganz Dresden in die Weihnachtsmarkt-Saison wirft. Wir haben das Wochenende zwischen Leo- und Hechtstraße geklebt. Hier unsere Highlights:

HechtBrett, so toll warst du!

Auch in diesem Jahr wartete das Hecht wieder mit einem vielfältigem Programm auf. Auch wenn es wirklich Spaß gemacht hat, die Wanderbühne OstPol zu suchen und nachts die Visuals über der Sabotage-Bühne anzuschauen, heißt die schönste Bühne für mich HechtBrett, die Bühne von artderkultur e.V. Fast versteckt kuschelte sich die eher kleine Bühne in der Tannenstraße unter die mit Sternenhimmel-Nachtlicht angestrahlte S-Bahnbrücke. Umringt von Handwerksständen und Bierwagen konnten wir hier manch wundersamen Musik lauschen. Fiebernd erwartet war der Auftritt der Dresdner Band Orange Utan, von der die hart erspielte Fanbase und viele Neugierige eine Art progressiven Stoner-Rock zu hören bekamen. Die Kombi aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und einem energiebündeligem, stimmgewaltigen Sänger produzierte einen mitreißenden Geräuschebrei und ließ mich staunend zurück.

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Urban Knitting vor dem Handmade² – Dresden ist bunt!

Hechtgrün, grün, grün ist alles, was ich mag

Der Nachbarschaftsgarten hechtgruen, ein Projekt der UFER Projekte Dresden e.V., ist der wohl schönste Bürgergarten Dresdens. Wenn man Ruhe brauchte, war man dort, zwischen Tomatenpflanzen und Bohnenranken richtig. Ich, die jede Pflanze mit Sicherheit zu Grunde richtet, bin von so viel üppigem Grün immer wieder begeistert. Ein weiterer Pluspunkt des Gärtchens: Man kann schaukeln! Und durch einen wie verwunschenen Gang durchs Gebüsch gelangt man in den Hinterhof des Falschen Hasens. Im Hellen eher ein wenig verstaubt, verwandelt sich der Innenhof mit Schiffsbar, Lichterketten und Lametta-Girlanden des Nachts zu einem zauberhaften Ort mit Live-Musik und tollem Bier.

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Im hechtgrün gab es am Sonntag sogar einen Salat-Workshop mit Gemüse und Kräutern aus dem Nachbarschaftsgarten.

Von Großenhain ins Berghain: Rummelsnuff

Natürlich müssen wir auch über Rummelsnuff reden. Der Musiker Roger Baptist hat es aus Großenhain ins (oder besser vors) Berghain geschafft. Sein Auftritt war der geplante und wirkliche Höhepunkt des Samstagabends. Und obwohl Baptist mittlerweile in Berlin lebt und arbeitet, lieben ihn die Dresdner innig. Seine trashige elektro-beeinflusste Neu-Interpretation des Arbeiterlieds mag zunächst seltsam anmuten, aber wow ist das catchy. Der Muskelberg mit der rammsteinesken Stimmfarbe gehört auf die Bühne und wir davor, auf den Asphalt, auf die Europaletten vor den Bierwagen und auf das Bau-Gerüst in der Hechtstraße. Baptist lässt die Hechtbesucher an diesem Abend amüsiert und gerührt zurück.

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Dunkelbunt im Park ohne Namen

Hinterm AZ Conni gab es Laser, riesige Boxen und viel Bass. Die unverwechselbare Stimmung in dem sonst so finsteren namenlosen Park riss mit, machte albern und wagemutig. Wir erklommen die Kletterburg und benutzten die Rutsche bis wir von einer stärkeren Clique verjagt wurden. Wir schaukelten. Wir hüpften zu schranzigem Techno im blauen Licht am Eingang des Parks. Wir kletterten auf das Plateau, von dem man den ganzen Platz an der St.-Pauli-Ruine überschauen kann. Und scheiterten ob der Lichtverhältnisse an Handyfotografie. Aber diese Momente kann man sowieso auf keinem Foto festhalten.

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Schaukeln!

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An der St. Pauli-Ruine.

Nie mehr Roster, Onigiri für alle

Nach Stadtfest, Elbhangfest und der viel kritisierten BRN können wir Langós, Bratwurst und schlechte Mainstream-Bowle einfach nicht mehr sehen. Das Hecht war hingegen in diesem Jahr quasi ein Aufruf zur Völlerei (dem ich im Übrigen nachgekommen bin). Ich vertrete die These, dass man ein Stadtfest an der Güte seiner Bowle misst – und da hat das HechtFest in diesem Jahr die Nase weit vorn. Der Dönershop am Bischofsplatz schnitzt nicht nur Melonenmonster ohnegleichen, sondern rührt auch ein bemerkenswertes Wein-Obst-Saft-Gemisch zusammen. Ansonsten bekam ich Bauchläuse von: Onigiri mit Salzpflaume, echtes Russen-Schaschlick, Couscous-Salat mit Kichererbsen, Empanadas, Zuckerwatte, Dampfschwein-Pulled-Pork-Burger und Süßkartoffelpommes (nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge). Viel öfter noch musste ich am Handmade², dem noch ganz neuen Geschenke-Shop voller handgefertigter Produkte, einkehren. Antje Schöne und Anne Fiegert backen nicht nur furchtbar verführerische Kuchen, sondern mixen auch eine Fortgeschrittenen-Bowle aller erster Güte. Mit Bums quasi. Sollte man sich fürs nächste Jahr merken.

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Onigiri sind japanische Reisbälle mit besonderer Gewürzmischung.

 

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Echtes russisches Schaschlick und Pelmeni gab’s wahlweise mit oder ohne Vodka

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Handmade² ist der Geschenkeshop auf der Rudolf-Leonhard-Straße

Wasser marsch!

Die Wasserschlacht zwischen der Rudolf-Leonhard- und der Hechtstraße beendet traditionell das Hechtfest. Aber machen wir uns nichts vor: Diese Veranstaltung ist keine reine Kinderparty. Zwischen den Knirpsen stehen erwachsene Männer in voller Montur: Taucherbrille, Schnorchel, Wasserkanone im Anschlag. Sie schaffen Schubkarren voller Wasserbomben heran, sie füllen Eimer, sie verfügen über gute subversive Kontakte in die Hinterhöfe der Erlenstraße, die der Schauplatz dieses Spektakels ist. Und dann spielt der Dudelsackspieler das Intro. Bevor die Tröte erklingt schafft er es gerade noch, sich und sein Instrument in Sicherheit zu bringen und dann ist 15 Minuten nur Wasserschlacht. Am Ende gewinnt die Leo. War ja klar.

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Die Wasserschlacht schließt traditionell das HechtFest ab.

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Ein mutiger Dudelsackspieler wagt sich zwischen die Fronten und spielt zum Auftakt der Schlacht.

 

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Wasser marsch!

Und außerdem…

Danke an die WG in der Fichtenstraße, die mit einer freundlichen Toilette und einem immer vollen Bierkühlschrank dieses Wochenende perfekt gemacht hat.

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Von Manja Branß

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