Mit 4-Gänge-Menü auf Mörderjagd – KRIMI total Dinner

Toll essen bei bester Unterhaltung und ganz nebenbei einen Kriminalfall lösen: Das ist Eventgastronomie wie sie im Buche steht! Wir haben uns auf die Suche nach dem Mörder gemacht. Ein KRIMI total Dinner. 

Ich bin natürlich auch Detektivin. Durch exzessiven Genuss der Serie „The Mentalist“ habe ich meine Schnüffler-Skills so geschult, dass ich den Täter in Folgen von „Tatort“, „Sherlock“ und Co. meist aufspüre. Und Hunger habe ich auch meistens. Das sind ja wohl beste Voraussetzungen für ein gelungenes Krimidinner. Also haben Alex, der Tolle, und ich uns in Schale geschmissen und uns auf dem Weg ins Dormero Hotel Königshof am Wasaplatz gemacht. Da gilt es heute bei „Jungfernflug zum Mord“ den Mörder zu finden – und nebenbei lecker zu schlemmen.

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Das Hotel Königshof zwischen den vielen Jugendstil-Villen Strehlens nennt einen prunkvollen Ballsaal sein Herzstück. Säulen und Pilaster, Fensterbögen und Fresken an der Decke schreien uns RENAISSANCE entgegen, dass es eine Freude ist. In diesem schönen Ambiente sollen wir uns also auf Mörderjagd begeben! Toll, finden wir, und werden immer aufgeregter. Zur Beruhigung besser erstmal einen Begrüßungssekt.

Die Dresdner Agentur KRIMI total ist die Macherin dieses Abends. Sie produziert seit über zehn Jahren Motto-Partyspiele für Erwachsene. Also eigentlich Spiele, die man zu Hause mit Freunden und der Familie erlebt. Mittlerweile gibt es 15 thematisch-verschiedene dieser Krimispiele. Und irgendwann entschied Geschäftsführer Jörg Meißner, auch Krimi-Theater-Stücke zu schreiben. Am 11. November feiert „Neue Gangster, neues Glück“ als zwölftes Stück der Reihe Premiere. Die Dinner begeistern Hobby-Detektive von Sachsen, über Thüringen und Niedersachsen bis nach Bayern zu leckeren Vier-Gänge-Menüs in schicken Locations. Die Leute von KRIMI total sind also vom Fach. Deswegen sind wir extra-gespannt, als es endlich los geht.

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Das Theaterstück, das sich auf der Bühne entspinnt, aber vor allem zwischen den Tischen den ganzen Saal beheimatet, versetzt uns zurück ins Jahr 1913. Die alternde Gräfin Aloysia von Donnerstein hat geladen, um die wohl ehrgeizigste Unternehmung des noch jungen Jahrhunderts gebührend zu feiern: den Jungfernflug des ersten Zeitreisemobils. Auch der deutsche Kaiser ist gekommen. Und dabei weiß niemand genau, was bei einer solchen Zeitreise eigentlich passiert. Doch die Feier rutscht ins Chaotische. Nicht nur wegen des kauzigen Zeitreise-Ingenieurs Professor Zuckerle, sondern auch weil Rudolf von Donnerstein, Aloysias Gatte, seine neue Geliebte Magdalena vorstellt und mit in die Zukunft nehmen will. Und auf einmal gibt es eine Leiche. Aber hat der wirklich etwas mit der Zeitreise zu tun?

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Wir haben in fünf Akten Gelegenheit, genau das herauszufinden. Dazwischen wird jeweils das Licht gedimmt und der Gang serviert. Das Menü ist liebevoll thematisch betitelt: Wir starten mit einer „Terrine von verdächtig frischem Gemüse im Karotten-Deckmantel mit giftgrünem Rucola-Radicchiosalat und verräterischem French Dressing“ und genießen im dritten Gang „Hinterlistige Tranchen vom Schweinelendchen an zwielichtigem Kartoffel-Karottenstampf mit neumodiger Morchelsauce und bösen Broccoliröschen“. Yeah!

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Zu meiner Überraschung (ja, ja, ich bin böse) glänzt das Ensemble in seiner Leistung außerordentlich. Die Darsteller verstehen ihr Handwerk und nehmen den wunderschönen Ballsall mit ihrer Präsenz gänzlich ein. Unsere „Gräfin Aloysia von Donnerstein“ Julia Henke schwankt als gehörnte Gattin zwischen der Schmach der betrogenen Ehefrau und störrischem Selbstbewusstsein einer betuchten Industriellen. Christian Härtig ist als durchgeknallter Professor Zuckerle so hinreißend verknallt in die Tochter des Hauses Elisabeth (Eva-Maria Bretschneider), dass wir ihm gerne helfen, ein Gedicht für seine Angebetete zu schreiben. Die große schauspielerische Leistung des sechsköpfigen Ensembles besteht aber darin, das Publikum völlig zwanglos in die Handlung einzubinden. Das ist das Besondere an KRIMI total. Die Dinner-Gäste werden selber zu Charakteren des Stückes. Einige werden vor Beginn instruiert, andere werden spontan Teil der Handlung. Gerade diese Inprovisationskunst, die den Schauspielern hier abverlangt wird, macht das Stück beachtenswert. Denn die Reaktion der Gäste ist mitnichten vorhersehbar, vor allem dann nicht, wenn sie sich nicht zum Handlanger des Bösewichts machen lassen wollen.

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Die kleinen Elemente dieses Abends, an dem das Publikum beteiligt ist, bringen uns auch unseren Tischnachbarn näher. Schon nach dem ersten Akt sind wir mit den beiden sympathischen Pärchen an unserem Tisch zu einem Team zusammen gewachsen und werden am Ende gemeinsam auch den Mörder herausfinden. Die Veranstaltung bietet also viel Mitmach-Potential. Und jede Menge Überraschungen. Zum Beispiel als unser „deutscher Kaiser“ – ein junger Mann aus dem Publikum – am Ende des Stückes ein Mikrofon in die Hand bekommt und seiner Freundin einen echten Heiratsantrag macht. OH. MEIN. GOTT. Wie romantisch!

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Kleines Manko: Der Wein hat mir nicht geschmeckt. Aber davon abgesehen: Rund um ein gelungener Abend in einmaligem Ambiente. Gutes Essen, zuvorkommender Service und begeisternde Unterhaltung. Sehenswert in jedem Fall und auch ein tolles Geschenk, nicht nur für Krimi-Fans.

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