Wrestling, Bier und Fritten – So werdet ihr am schnellsten Wrestling-Fan

Ihr habt das Next Step Wrestling Open Air verpasst? Euch kann geholfen werden. Wir erklären euch, wie man sich am besten auf eine Show vorbereitet und wo ihr als nächstes eine zu sehen bekommt.

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Es ist einer der Outdoor-Höhepunkte im Frühsommer: Das Next Step Open Air im Alten Heizhaus, das am letzten Wochenende stattfand. Natürlich hat die Wrestling Promotion Next Step Wrestling in Dresden und Umgebung eine fette Fan Base. Aber die ist eben auch recht eingeschworen. Fans kleiden sich in Merchandise-T-Shirts, bemalen ihre Gesichter, singen kreative Sprechgesänge für ihre Helden und Antihelden und verfolgen jede Handlungslinie ihres Wrestling-Universums.

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Ihr denkt, Wrestling ist seltsam? Verkleidete Menschen, affektiertes Gehabe, Rumgekloppe? Ganz genau so ist es (mal davon abgesehen, ist es ein Haufen Arbeit und sehr anspruchsvoll, wie ihr hier lesen könnt). Und es macht unglaublich viel Spaß, dabei zu sein! Das Ringen zwischen Gut und Böse, Charaktere zum Liebhaben oder aus vollem Herzen hassen, die aufgeheizte Stimmung – das reißt auch Kritiker und Nörglerinnen mit.

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Das sieht man beim Open Air im Hof des Trödel- und Antikmarktes in der Neustadt alljährlich. Denn hier ist das Publikum ein anderes als auf den ausverkauften Indoor-Shows. Klar ist hier auch der harte Kern der Fans vor Ort, aber der Großteil der Besucherinnen und Besucher, die sich um den Ring drängen, sind absolute, wrestling-jungfräuliche Neulinge. „Etwa 80 Prozent der Besucher zum Open Air waren noch nie vorher bei einer Wrestling Show“, berichtet mir Marcel Domke von Next Step Wrestling vor dem Spektakel. Marcel ist ein freundlicher Typ, aber im Ring kennt ihn die geneigte Wrestling-Anhängerin nur als Robert Kaiser, den Heel, so heißen die Bösen beim Wrestling. Robert Kaiser soll das Publikum an diesem Abend noch überraschen, denn an der Seite seines (früheren?) Erzfeindes Rick Baxxxter, der Wrestling Legende aus Dresden, besiegt er die Projekt Gold Mafia und scheint auf die „gute Seite“ zu wechseln.

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Aber ich fange gar nicht erst an, euch im Detail zu schildern, welche wilden Dinge über vier Stunden im Ring (und drumherum) passiert sind. Nur soviel: Zeritus, wir stehen hinter dir! Aber für Wrestling-Unbeleckte klänge ein Review der Show vermutlich wie wenn Oma Traudl von der Lindenstraße erzählt. Stattdessen empfehle ich euch, zur BRN-Show zu gehen, selber zu fühlen, wie viel Spaß Wrestling macht, und dann, völlig entflammt, das nächste Mal all eure Freunde mitzubringen.

Folgendes Wissen bereitet euch gut auf eine Show vor:

1. Zum Wrestling geht man mit vielen Leuten.

Mehr Leute machen mehr Krach. Wenn gejubelt, gebuht oder Sprüche geklopft werden, ist Lautstärke super. Eine gewisse Stadionerfahrung ist hierbei ebenfalls von Vorteil. Wer also gut DY-NA-MO rufen kann, wird vor dem Ring in seiner Paraderolle aufgehen. Und Wrestler brauchen die Geräuschkulisse, sonst fallen sie nicht so schön. Alte Dresdner Bauernweisheit.

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2. Es wird alles mitgesungen und mitgerufen, was geht.

Die Einlauf-Songs sind eingängig! Das ist super, denn man kann sogar mitsingen, obwohl man noch nie dabei war. Wenn der Song des Local Hero Laurance „Lauri“ Roman, besser bekannt als „der Waschbär“, beispielsweise angespielt wird, besteht Mitsing-Garantie. Denn spätestens nach den Wörten „HEY, WIR WOLL’N DEN WASCHBÄR’N SEH’N“ singt sich jedes „ohohohoho“ quasi von alleine. Ist euch alles zu doof? Stellt euch ein Bier rein und habt euch nicht so.

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3. Vorkenntnisse sind gut, aber nicht zwingend.

Die Wrestling-Welt ist in Ordnung. Gut und Böse sind meistens klar definiert und es passiert immer etwas Neues. Das heißt im Klartext: Wenn alle jubeln, jubelt ihr einfach mit. Wenn alle buhen, buht ihr mit. Und dazwischen gibt’s jede Menge Gepöbel auf oberstem Level. Wenn ihr etwas über den Wrestler wissen wollt, der gerade einläuft, könnt ihr einfach die lautesten Schreihälse am Ring fragen. Wrestling-Fans werden bereitwillig Auskunft geben über Hintergründe und Werdegänge. Und sie sind unglaublich nett, auch die, die martialisch aussehen. So bringt ihr euch schnell auf’s Laufende.

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4. Alle hören darauf, was Helmi sagt.

Im Wrestling ist vieles erlaubt und ganz wenig verboten. Aber die wichtigsten zwei Regeln erklärt euch vor jeder Show Helmi aka die Stimme des Wrestlings in Ostdeutschland. „Don’t touch the Ring“ und „Don’t touch the catcher“ sind zwei Sätze, die eigentlich eigene Merchandise-Shirts verdienen und absolut zu befolgen sind. Ansonsten gibt Ring Announcer Helmi dem Spektakel natürlich die nötige Struktur.

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5. Niemand stellt die Frage „Aber, das ist doch nicht echt, oder?“

Klar ist das echt!

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WRESTLING, BIER und FRITTEN
16. Juni 2018 (BRN-Samstag), im Hinterhof von Curry & Co.
Louisenstraße 62, 01099 Dresden

16 Uhr – 17 Uhr
19 Uhr – 20 Uhr
22 Uhr – 23 Uhr

Eintritt frei!
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Fotos: Alexander Peitz

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