Was kann die schöne Wilma? – Wilma Wunder am Altmarkt

Es war ja ein kleines Social Media-Spektakel – die Eröffnung von Wilma Wunder im Juni. Und bei einem Laden mit solchen Schauwerten wundert es nicht, dass er überall auf Instagram aufploppt. Vom langen, roten Teppich, der zwischen zwei Marmorsäulen die zentrale Treppe ins Obergeschoss hinaufklettert bis hin zu den versteckten, pittoresken Sitzecken, lohnt es sich auf jeden Fall, die Kamera im Anschlag zu haben.

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Eigentlich will man hier überall mal sitzen: An den hohen Tischen vor den offenen Flügelfenstern, auf der Galerie mit den ausgefallen Sesseln, auf den dunkelgrünen Samtsofas vor den Wänden mit den groß-floralen Motivtapeten im Obergeschoss (dabei sind da nur die Klos). Sogar die vielen Außenplätze sind besonders, bequem und heben sich von den furchtbaren PVC-Rattan-Möbeln ab, die so oft in der Außengastronomie verwendet werden. Ja, diese Wilma ist eine schöne Frau, „mondän“ nennt sie mein Kumpel Kay.

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Was stellt Wilma auf den Tisch?

Aber was hat sie sonst noch drauf? Sie hat sich schlicht dem „Essen & Trinken“ verschrieben. Das findet man ja erstmal gut, in einem… nun ja, was ist Wilma Wunder eigentlich? Ein Bistro, Café, ein Restaurant gar? Der Blick in die Karte offenbart eine Obsession für Getränke. „Ha!“ denke ich, die gefällt mir. Hausgemachter Eierlikör (auch im Doppel mit Sektchen als „Damengedeck“), selbstgemachte Limo, Smoothies, schöne Weine, toller Café, ausgefallene Heißgetränke, Cocktails, Gespritztes, sogar Shots und Obstbrände bietet mir die Wilma an. Der Haustipp „Pink Gerda“ mit Pink Grapefruit, Soda und Prosecco kann sich sehen lassen. Alles kommt in ausladenden Gläsern oder Flaschen, auf Crushed Ice, üppig dekoriert mit Kräutern – das macht schon alles Spaß.

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Die Speisekarte hingegen ist schmal, bewusst regional und saisonal gehalten und präsentiert sich ziemlich gutbürgerlich. Auflauf, Lachs-Spinat-Nudeln, Rinderroulade, Kalbsfrikadelle und noch eine handvoll anderer Gerichte, die Mutti samstags auch auf den Tisch stellen würde. Interessant, aber nicht unbedingt das schlagende Argument, um auswärts essen zu gehen. Denn die große Gefahr bei so einer Karte: Hausmannskost schmeckt meistens dort am besten, wo man zu Hause ist.

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Wir probieren uns ein bisschen durch: Maultaschen mit Biersoße und Rotkohl, Schinkennudeln „Cheesy“ (der Klassiker Nudeln, Käse, Schinken, Ei) und ein Schnitzel, natürlich „Wiener Art“. Und was soll man sagen? „Is schon ok“, würde mir als erstes einfallen. Der Rotkohl ein bisschen fad, die Käsenudeln zu un-cheesy, das Schnitzel ein bisschen langweilig. Aber die Snacks können sich sehen lassen: Die getrüffelten Pommes – extra als Vorspeise empfohlen – sind ein kleines Highlight, der Flammkuchen solide und aus dem Steinofen. Und das wirklich zu moderaten Preisen.

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Was kann Wilma besonders gut?

Hier entfaltet sich Wilmas Talent eben doch in Gänze! Getränke und was Kleines zum Knabbern dazu – das ist ihr Ding. Dazu passt auch die Kuchenauslage mit Törtchen und buntem Gebäck, die Waffeln und Pancakes. Da kann man auch mal mit Omi und Opi zum Kaffeetrinken vorbei gehen. Wenn der Service noch ein wenig öfter am Tisch wäre, dann wäre Wilma eine fantastische Gastgeberin.

Zum Sitzen und Schauen und bunte Getränke Trinken, ist die schöne Location ein großartiger Ort, an dem das Leben blumenbewachsen und hell erscheint. Spätestens nach dem dritten Rhabarber-Holunderblüten-Spritz. Probiert’s mal aus!

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