Viva la Fantasia – Herbst- und Weinfest in Radebeul ist ein absolutes Muss

Vergesst den all-freitäglichen Blick in die Eventaklender der Stadt! Dieses Wochenende geht’s raus aus Elbflorenz, denn in  Radebeul steht alles im Zeichen des Weines, des Theaters und der Lebensfreude!
Natürlich steht das beschauliche Radebeul nicht nur für Augen- sondern auch für Gaumenschmaus. Umzingelt von Weinbergen, tümmeln sich Tavernen, Restaurants und Weinbars in diesem Örtchen, das ist ja ganz klar. Ebenso naheliegend ist es, dort zu Zeiten des Erntedank dann ein Weinfest zu feiern. Denn das sächsische Weinanbaugebiet mit seiner über 850-jährige Geschichte und seinen 500 Hektar Rebfläche ist zwar klein, aber treibt hervorragende Blüten und zentriert sich zum Beispiel in Radebeul.

Also bauen die Winzer und Weingüter den historischen Dorfanger in Kötzschenbroda am letzen Septemberwochenende mit ihren wunderhübschen Büdchen zu. Internationale Bands laden zum ausgelassenen Tanzen ein und feiern bis in die Nacht hinein mit dem Publikum. Altkötzschenbroda hat – man glaubt es kaum – auf einmal eine Festmeile, wird wuselig und bleibt trotzdem seltsam verträumt an diesem Wochenende.

sdr

Leidenschaft statt Stadtfestcharme

Das Ganze hat wenig zu tun mit Stadfestcharme und großen, gesponsorten Bierwagen. Die Weinbauer stecken in ihren Auftritt dort genauso viel Leidenschaft wie in ihre Arbeit am Weinberg. Mit dabei ist natürlich alles Vinophile, was in Sachsen Rang und Namen hat: Vom Rothen Gut, über Frédéric Fouré, bis hin zu Karl Friedrich Aust kann man sich hier die coolsten Weine der Region in Gläser füllen lassen (oder eben aus den Flaschen trinken) und ganz nebenbei mit den Machern und Macherinnen schnacken. Außerdem isst man hervorragend, nicht nur Käse und Oliven.

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Fantasie als Treibfeder

Zu entdecken gibt es auch in den Hinterhöfen und – vor den Bühnen! Denn bereichert wird das Fest durch das Internationale Wandertheaterfestival, zu dem jährlich Theatergruppen aus aller Welt anreisen. Unter dem Motto „Viva la Fantasia!“ steht in diesem Jahr – logisch – die Fantasie im Mittelpunkt des Festes. Theatergruppen und Solokünstler präsentieren auf zahlreichen Spielflächen rund um das Festgelände ihre beeindruckenden, spannenden oder humorvollen Inszenierungen. Alle, die den Schaubudensommer abfeiern, werden es hier lieben. Die Landesbühnen Sachsen und die Serkowitzer Volksoper sind genauso dabei, wie so facettenreiche Schausteller wie Muriel Cornejo und César Olhagaray vom Lügenmuseum. Zwischen Schauspiel, Performances und Tanz kann man sich hier verzaubern lassen. Verrückte Sachen wie ein Manga-Ballett sorgen dafür, dass ihr aus dem Staunen nicht mehr rauskommt.

Flammendes Spektakel zum Abschluss

Höhepunkt des Festwochenendes ist übrigens ein Spektakel der Sonderklasse: Das Finale Grande am Sonntagabend. Der Künstler Richard von Gigantikow hat für das Fest eigens einen begehbaren Skulpturengarten erschaffen. Jedes Jahr entsteht so ein begahres Kunstwerk extra für das Wochenende. Zum Abschluss am Sonntag geht das Ganze dann tatsächlich eindrucksvoll in Flammen auf. Man denkt sich nur „WAAAS??? Die fackeln das ab?????“, weil diese Installtationen riesig und eindrucksvoll sind. Alles verbrennt zu Asche in wenigen Stunden, der Eindruck, das Gefühl, was das Ganze bei einem auslöst, ist schmerzlich vergänglich. Kraftvoll wütet das Feuer. Die wunderschönen Flammen erinnern daran, dass nichts von Dauer ist. Einmal gratis die Endlichkeit aller Dinge to go! Bei diesem Theater-, Musik- und Feuerspektakel vereinen sich Künstlerinnen und Künstler, Besucherinnen und Besucher am Ufer der Elbe bei einem letzten großen Tanz. Auf dem Heimweg sollte man sich auf jeden Fall noch eine ordentliche Portion Wein für den Weg mitnehmen. Die werden dann sowieso nur noch flaschenweise herausgegeben.

Hingehen ist aber ein Muss!

28. Herbst- & Weinfest in Radebeul
XXIII. Internationales Wandertheaterfestival
28. bis 30. September
Altkötzschenbroda, 01445 Radebeul

Tickets ab 7 € (erm. 3,50 €)

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