Typische Dresdner Spezialitäten

Typische Dresdner Spezialitäten

,,Eine Eierschecke bitte!“, heißt es fast jeden Morgen wenn ich beim Bäcker um die Ecke frische Bötchen für mein Frühstück hole. Obwohl es eigentlich immer wie ,,Eiorschäcke“ ausgesprochen wird. Der Mund der Sachsen ist schon recht eigen – und zwar nicht nur bei der Aussprache, sondern auch beim Geschmack. So ranken sich einige Mythen um die typischen Spezialitäten aus Dresden. Welches Essen kommt ursprünglich aus Dresden? Was essen die Dresdner denn so? Was sollte man bei einem Besuch in Dresden unbedingt mal gegessen und probiert haben? Hier gibt es eine Auswahl an typischen Spezialitäten aus Dresden.

Dresdner Eierschecke

Die eingangs erwähnte Eierschecke, pardon, ich meine ,,Eiorschäcke“, ist ein aus Dresden stammender Kuchen, den die Dresdner lieben und loben. Oft wird er am Nachmittag mit einer heißen, pardon, ich meine heeßen, Tasse Kaffee getrunken und ist aus keiner Bäckerei und aus keinem Restaurant in Dresden wegzudenken. Die Eierschecke ist ein recht simpler Kuchen, der überwiegend aus Hefeteig und Sahne besteht. Und mindestens genauso lecker wie die Dresdner Eierschecke aussieht so lecker schmeckt sie auch. Manchmal möchte man meinen, wenn man im Sommer die Omis in den Cafés am Straßenrand mit ihrer Dresdner Eierschecke sitzen sieht, dass sie gerade tatsächlich einen Eierschecke-Dämon beschwören. Zuzutrauen wäre es den Eierschecke-Dresdnern auf jeden Fall. Wir können das Kosten einer Dresdner Eierschecke, pardon, ich meine Eiorschäcke, nur empfehlen.

Typische Dresdner Spezialitäten 4

Dresdner Christstollen

Mindestens genauso beliebt aber in Deutschland wesentlich bekannter ist der Dresdner Christstollen. Psst: eigentlich kommt der Stollen ursprünglich gar nicht aus Dresden, sondern aus dem 160 Kilometer entferntem Naumburg. Aber es ist geschichtlich nicht abzustreiten, dass sich der Dresdner den Christstollen vorgenommen und seine Rezeptur angepasst, stellenweise verbessert und über die Jahre in Deutschland und über die Ländergrenzen hinaus bekannt gemacht hat. So dürfen sich laut dem Deutschen Patent- und Markenamt nur die Christstollen ,,Dresdner Christstollen“ nennen, die tatsächlich in Dresden oder in den angrenzenden Dörfern produziert wurden. Seine größte Feierlichkeit erlebt der Dresdner Christstollen jedes Jahr auf dem Striezelmarkt auf dem Altmarkt in Dresden. Mit 1,7 Millionen Stück Dresdner Christstollen ist Dr.Quendt der derzeit größte Hersteller dieser leckeren, typischen Spezialität aus Dresden. Auch der Dresdner Christstollen wird, wie die Dresdner Eierschecke, gerne mit einem heißen, pardon, ich meine heeßen, Kaffee getrunken.

Typische Dresdner Spezialitäten 1

Der Kaffee(-Filter)

Auch wenn der Kaffee nicht aus Dresden stammt oder hier erfunden wurde, so tut es aber der Kaffeefilter. Ja, tatsächlich, der Kaffeefilter wurde in Dresden erfunden und im Patentamt als Gebrauchsschutzmuster eingetragen. Melitta Bentz, deren Ehemann in einem großen Kaffeehaus arbeitete, erfand 1908 die Kaffeezubereitung mit einem Kaffeefilter. Vorher wurde der Kaffee nämlich immer mit dem in der Tasse befindlichem Kaffeesatz getrunken. Das wollte Melitta Bentz nicht und schnappte sich damals die Löschblätter aus den Schulheften ihres Sohnes, um ihren leckeren, heißen, pardon, ich meine heeßen, Kaffee auch ohne Kaffeesatz trinken zu können. Eine clever Frau, diese Melitta. Heute vertreibt die Melitta Bentz Beteiligungs GmbH auch Kaffee. Eine aus Dresden stammende Frau, ohne die der heutige Kaffeegenuss ein ganz andere wäre. So ist der Kaffee wenigstens zu 50 Prozent eine typische Spezialität aus Dresden. Deshalb ist das Trinken eines typischen Dresdner Filterkaffees eine Pflicht, wenn man in Dresden ist. Dabei sollte er immer schön heiß, pardon, ich meine heeß sein.

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Die Fettbemme

Die Fettbemme oder wie der Eierschecken-Mund sagen würde ,,Fettboämme“, liegt auf der Beliebtheitsskala der Dresden ebenfalls sehr weit oben. Dabei ist die Zubereitung so simpel wie genial – und auch für absolut jedem im ,,Tal der Ahnungslosen“ ohne große Mühe zu schaffen. Man nehme eine Bemme und ein bisschen Fett. Und fertig ist die Fettbemme. Die Bauern von August dem Starken (ehemaliger König von Sachsen) haben die Fettbemme geliebt. Eine einfache scheibe Schwarzbrot wird hierbei mit Gänse- oder Butterschmalz beschmiert und (typisch auch für das Rotkraut in Sachsen) mit Apfel, Zwiebel, Salz und Pfeffer verfeinert. Auch wenn die Fettbemme sehr reichhaltig ist, macht sie kaum satt. In Dresdner Restaurants wird die Fettbemme gerne als Vorspeise angeboten oder kommt zu den Getränken und zur Bestellung des Essens als kleiner Appetitanreger kostenlos dazu. Und zum runterspülen gibt es einen heißen, pardon, ich meine heeßen Kaffee.

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Sonstige

Des Weiteren gibt es viele kleine, typische Spezialitäten die aus dem Großraum von Dresden aber eben nicht direkt aus Dresden stammen. Dazu zählen zum Beispiel der Pulsnitzer Pfefferkuchen, der aus dem nahegelegenem Pulsnitz stammt, die Quarkkeulchen, die vor allem gerne von Kindern im Restaurant gegessen werden, der Dresdner Sauerbraten, welcher gerne mit dem typisch verfeinertem Rotkraut serviert wird, sowie eine Holunderbeerensuppe mit Grießklößchen. Außerdem sind die Dresdner leidenschaftliche Pilzsammler, was sich in der angrenzenden, riesengroßen Dresdner Heide auch wunderbar anbietet, weshalb viele Restaurants in Dresden eine Pilz-reiche Speisekarte aufweisen.

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