Tacos y Salsa (y Tequila) – Ein echt mexikanischer Imbiss

Kleines Restaurant, Chili, Tequila und sehr viel Herzenswärme. Das Tacos y Salsa bietet authentisches mexikanisches Essen an. Wir haben es besucht!

Die Dresdner Neustadt ist voll von schönen Hinterhöfen. Einer davon ist der Edward-Snowden-Platz. Eine kleine, unscheinbare Einfahrt schlängelt sich über Kopfsteinpflaster um eine Stahlinstallation und vorbei an einer quietschblauen Hollywoodschaukel zwischen die hohen Häuserwände. Jede Menge besuchenswerte Läden befinden sich hier: Ein Teeladen, ein hochklassiger Friseur, ein Musikladen, ein neuer Fusion Food Grill. Aber der Laden, zu dem wir wollen, ist klitzeklein, fast zurückhaltend – natürlich nur, bis man ihn betritt.

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Nicht nur, dass Leticia „Leti“ Ortega, die Chefin des Tacos y Salsa, eine unglaublich herzlich-laute Frau ist, ihr kleiner Imbiss ist auch prunkvoll geschmückt. Kunstvolle Malereien zieren die Wand, die zudem mit Sombreros und allerlei Dekorationen behangen ist. Eigentlich mache sie das nur nebenbei, erklärt die Inhaberin. Leti ist Sprachlehrerin für Englisch, Spanisch und seit dem Sommer 2015 auch für Deutsch. Ihr Lachen hallt laut durch den Hinterhof, später tanzt sie mit uns Macarena.

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Nachos, Guacamole und Chili

Aber vorher bestreitet heute die mexikanische Nationalmannschaft im Fußball ihr drittes Vorrundenspiel. Die wenigen Quadratmeter Gastraum sind prall gefüllt mit Landsmännern und -frauen. Das Buffet für die Halbzeit ist auch schon aufgebaut. Nachos türmen sich übereinander, Guacamole und grüne und rote Chili-Soßen sehen sehr verheißungsvoll aus. Zwei Getränke ziehen meine besondere Aufmerksamkeit auf sich. Das eine heißt Agua de Jamaica, ein rotes eistee-ähnliches Getränk aus Hibiskusblüten. Das andere nennt man Horchata, ist in diesem Falle aus Reis hergestellt und erinnert mich geschmacklich ein bisschen an den heißgeliebten Kindergartenmilchreis. Von beidem habe ich vorher noch nie gehört. Und genau DAS wünscht man sich ja, wenn man sich auf so eine kulinarische Reise begibt.

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„Es gibt wenige Restaurants in Deutschland, die wirklich authentisches mexikanisches Essen anbieten“, erklärt uns Gerardo, der Leti in der Küche hilft. Das Tacos y Salsa ist eines davon. Schade, dass das kleine Restaurant gerade umzieht und man für die Übergangszeit nur das mexikanische Catering in Anspruch nehmen kann. Denn die Gastfreundschaft hier ist geradezu erschlagend. Nicht nur die Betreiberin und ihr Team, sondern auch alle Gäste sind bemüht, uns die genussvolle und kulturelle Seite Mexikos näher zu bringen. Erstmal bringt man uns bei, wie man Tacos ist, denn dafür sind wir ja hier. Man nehme eine Tortilla und fülle sie mit Fleisch (z.B. Schwein mit Ananas), Zwiebeln, Koriander, beträufele das Ganze mit frischem Limettensaft und einer der Soße, z.B. aus Chipotles (das sind geräucherte Jalapeños). Dann wird das Ganze zusammengeklappt und in den Mund gesteckt.

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Unkompliziert und hinreißend

Diese Speise ist unglaublich simpel und unglaublich gut. Durch die kleinen Tortillas kann man viele verschiedene Variationen probieren. Das Tacos y Salsa beschränkt sich ganz bewusst auf das namensgebende Gericht. Zu wählen ist einfach die Anzahl der Tortillas und das angemachte Fleisch, das man sich wünscht. Chorizo, mexikanischer Schweinebraten, Huhn mit Gemüse oder gegrilltes Kalbfleisch mit Kartoffeln und Bohnen werden in den Maisfladen gewickelt. Daneben gibt es noch Tacos-Varianten wie Enchiladas oder Kekas, die Karte ist klein. Aber Vorsicht: Es ist ganz einfach, viel zu viel zu essen.

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Dieses Essen ist einfach sehr befriedigend: Ein bisschen Kohlenhydrate und Eiweiß, ein bisschen Chili, dazwischen etwas Knackiges – dazu ein Bier und die Welt ist in Ordnung. Darüber hinaus punktet das Tacos y Salsa durch seine geballte Offene-Arme-Atmosphäre. Es macht so viel Spaß hier zu sein, es ist wie ein Kurzurlaub. Mexiko verliert an diesem Abend, übersteht aber die WM-Vorrunde. Wir müssen Tequila trinken. Und wie gesagt Macarena tanzen. Und „Fiesta Mexicana“ mitsingen. Und fragwürdige spanische Wörter lernen. Es ist ganz wunderbar. Wir kommen wieder.

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Alle Fotos: Alexander Peitz

 

 

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