Straßennamen in Dresden

Straßennamen in Dresden

Heute gilt es einen Blick auf die Straßennamen in Dresden zu werfen, denn diese sind nicht immer willkürlich vergeben, sondern in bestimmten Regionen nach ganz bestimmten Gesichtspunkten vergeben. Seien es Orte oder Himmelsrichtungen zu denen die Straßen führen, Künstler und Wissenschaftler die auf diesen Straßen arbeiteten oder Namen von Partnerstädten die Dresden unterhält. Die Straßennamen in Dresden wurden ganz bewusst ausgewählt und vergeben und sind dadurch eine Besonderheit, weshalb wir heute einen besonderen Blick auf sie werfen wollen.

Die Benennung nach Richtung

Eine sehr spannende und irgendwie auch äußerst clever Art seine Straßen zu benennen, ist die Benennung nach der Richtung. Während die Straßen in New York nach Zeile und Spalte benannt sind, bevorzugt es Dresden, wahrscheinlich zur besseren Orientierung, gewisse Straßen nach den Orten und Richtungen zu benennen, zu denen sie führen. Gute Beispiele sind hierbei die Großenhainer Straße, welche natürlich nach Großenhain führt, die Pirnaier Landstraße, am Ende von Dresden vor den Toren von Pirna, die Tharandter Straße nach Tharandt führend, die Meißner Landstraße, die Freiburger Straße, die Kesselsdorfer Straße usw. – Dresden hielt es für eine gute Idee, die rundherum um Dresden angeordneten Straßen nach den angrenzenden Ortschaften zu bezeichnen, zu denen sie führen. Ziemlich clever, wie wir finden, denn so kann man sich wunderbar am Rande von Dresden orientieren.

Die Benennung nach Stadtteil

So gibt es in Dresden auch Straßen, oder besser gesagt Ringstraßen, welche nach Stadtteilen von Dresden benannt sind. So lernt man nicht nur spielend leicht die Stadtteile kennen, sondern weiß auch immer ungefähr, wo man sich gerade befindet. Zu nennen sind hier zum Beispiel der Omsewitzer Ring, im Stadtteil Omsewitz gelegen, der Wölfnitzer Ring, Leutewitzer Ring und der Altgorbitzer Ring. Und wo gelegen? Selbstverständlich in den Stadtteilen Wölfnitz, Leutewitz und Altgorbitz – wer hätte das gedacht? Wo dann der Zschertznitzer Weg, Räcknitzer Weg und der Pestitzer Weg liegen, dürfte ja nicht allzu schwer zu erraten sein. Auch das ist eine geniale Idee, die so simpel wie genial ist, denn warum sollte man sich irgendwelche Straßennamen direkt ausdenken, wenn man doch einfach Orte oder eben Stadtteile als bezeichnung nutzen kann? Einmal mit diesem Wissen bewaffnet, kann man sich schlagartig (als neuer Student zum Beispiel) viel besser in Dresden zurechtfinden und so viel schneller eine Orientierung aufbauen.

Die Benennung nach Partnerstädten

Doch nicht nur die eigenen Stadtteile und nahegelegenen Ortschaften weiß Dresden in seine Straßennamen zu integrieren, sondern auch viel weiter weg gelegene Orte und Städte, die auf den ersten Blick überhaupt nichts mit Dresden zu tun haben. Die Partnerstädte von Dresden. Und davon gibt es nämlich eine ganze Menge – eine ganze Menge schöner Städte sogar, genau wie unser schönes Dresden. Welche Städte das wohl sein können? Keine Ahnung. Ich muss auf jeden Fall noch auf die Hamburger Straße zur Reinigung, zum Bäcker auf die Straßburger Straße, um 17 Uhr habe ich einen Friseurtermin in der Columbusstraße, danach muss ich meine beste Freundin auf der Breslauer Straße besuchen, bevor ich zum Abendessen auf die St. Petersburger Straße eingeladen bin. Auch die Benennung der Partnerstädte ist eine sehr gute Idee. Das bringt nicht nur ein bisschen Internationalität in die Straßennamen, sondern ist zeitgleich auch ein echt schönes Geschenk an die Partnerstädte. Tja, Dresden ist eben ein guter Partner.

Die Benennung nach Adligen

Doch mit angrenzenden Ortschaften, Stadtteilen und Partnerstädten ist es der Dresdner Verwaltung noch nicht genug. Da Dresden einst von Adligen durchzogen war, hielt man es auch für eine gute Idee, ihre Persönlichkeiten auch für immer in den Straßennamen in Dresden zu verewigen. Ein Blick auf diese Straßenschilder wird also automatisch zur kostenlosen Geschichtsstunde, denn man lernt einstige Persönlichkeiten aus Dresden kennen. Und wer könnte da bekannter sein als August der Starke, dessen Geist nun auf der Friedrich-August-Straße verweilt (so hieß er komplett). Seine Gemahlin Carola erhielt sogar gleich zwei Bezeichnungen: Carolaplatz mit der anschließenden Carolabrücke, von der aus man übrigens wunderbar die Skyline von Dresden beobachten kann. Weiteren Adligen, zumindest ihren Geistern bei Mitternacht, begegnet man auf den Straßen: Louisenstraße, Heinrichstraße, Sophienstraße, Katahrinenstraße, Theresienstraße, Conradstraße, Ottostraße, Willhelminenstraße, Klarastraße – die Liste der Straßennamen in Dresden mit adliger Bezeichnung könnte ewig so fortgeführt werden, weil es Dresden mit dieser Verteilung ein bisschen zu gut meinte. Aber hey, so wissen wir wenigstens wie der ganze Adel in Dresden hieß. Nun können wir eine Vorlesung in Geschichte schwänzen, immerhin. Interessant ist wirklich, dass bei diesen Namen meist noch ein kleines Schild unterhalb des Straßennamens mit angebracht, welcher den Namen und die Person weiter erläutert.

Die Benennung nach Persönlichkeiten

Die wohl spannendste Kategorie der Straßennamen findet sich in der Benennung nach Persönlichkeiten, denn davon haben in Dresden, auch abgesehen von den Adligen, sehr viele interessante gewohnt. Zu nennen ist hier zum Beispiel der Philosoph Karl-Marx, welcher der Stadt auf der Karl-Marx-Straße seine letzten Dienste erweist. Oder aber auch der Schillerplatz, der seinen Namen durch die mehrjährige Anwesenheit von Friedrich Schiller erhielt. Begleitet wird er hierbei von seinen Freunden und Feinden Richard-Wagner-Straße, Mozartstraße, Beethovenstraße, Sebastian-Bach-Straße. Zu Ehren einiger sehr schlauen und für die Entwicklung der Menschheit sehr wichtigen Menschen, gibt es in Dresden die ehrenvollen Straßennamen Einsteinstraße, Benzstraße, Dieselstraße, Ludwig-Jahn-Straße, Kopernikusstraße, Gaußstraße und Carl-Zeiß-Straße. Die Damen und Herren sind allesamt definitiv in guter Gesellschaft. Und sollten ihre Geister in der Nacht wirklich an den Orten umherspazieren, dann ist in Dresden in der Nacht definitiv einiges los. Sogar mehr als Nachts in New York, wo bloße Zahlen ihr Unwesen treiben. Und wer weiß, vielleicht wird es ja eines Tages eine Typisch-Dresdn-Straße geben. Wir fänden es auf jeden Fall super!

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