Semperopern Ball 2018 – Das Geschehen von Innen

Semperopern Ball 2018 – Das Geschehen von Innen

Der Semperopern Ball 2018 steht unter dem Stern der Zahl 13, weil es die 13. Ausgabe des Dresdner Balls ist. Eine mutige Zahl, mit der man da wirbt, vermuten doch viele, dass die böse Zahl 13 nur Unheil über die Welt bringt. Anders sehen das aber die Schönen und Reichen, die Gäste des Balls. So bekommt ein mit mir befreundeter Reporter durchweg positive Reaktionen auf die Frage nach der Zahl 13. ,,Nein, die Zahl 13 ist für mich keine Unglückszahl.“, meint Veronica Ferres und lächelt glücklich. Glücklich scheint auch Sylvie Meis zu sein, die gerade wenige Meter von mir entfernt auf dem roten Teppich ihre Runden dreht. Es ist ein Aufmarsch der Prominenz, wie man es nur selten in Dresden sieht. Roberto Blanco, Max Giesinger, Motsi Mabuse, Guido Maria Kretschmer, Roland Kaiser – die Gästeliste des Abends ist lang. Mindestens genauso lang wie der Weg von den Limousinen in die Oper. Aber ich genieße jede Sekunde, jeden Schritt. Hier ein Promi, da Geglitzer. Man spürt, dass der Abend etwas Besonderes ist. Ob wie Kollegin Manja vor der Oper oder wie ich darin.

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Ich, auf dem Red Carpet des Semperopern Balls 2018.

Nach der ,,Show vor der Show„, dem Red Carpet, ist es nun Zeit für die eigentliche Show.

Der 13. Semperopernball und die Ausstrahlung im TV haben begonnen. Ein riesiges Feuerwerk, welches Kollegin Manja von draußen ganz offensichtlich besser hat sehen können, als die Gäste in der Oper, leitet den Abend in eine fast 3-stündige Show ein. Doch das Feuerwerk bleibt leider das Highlight. Von nun an wird sich von St. Georgs Orden zu St. Georgs Orden gehangelt und man merkt, dass die Stimmung im Saal langsam kippt und die Aufmerksamkeitskurve beängstigend schnell in den Keller rast. Das liegt wohl auch daran, dass es vor der Show hieß: Während der Show ist das freie Bewegen und das Verlassen des Platzes nur eingeschränkt möglich. Auch die Kellner bedienen in der Zeit nicht durchgängig. Für die Anwesenden im Saal wohl ein bisschen nervig. Doch neben dem eingeschränktem Service, kann das auch an der etwas eingestaubten Show liegen. Sie ist klasse, ohne Frage, Weltklasse sogar, aber eben etwas eingestaubt. Einen St. Georgs Orden haben folgende Persönlichkeit erhalten: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, Schauspielerin Veronica Ferres, Paralympic-Sportlerin Christiane Reppe, Lufthansa-Chef Carsten Spohr, Schauspieler Jürgen Prochnow, Mauritius‘ Staatspräsidentin Ameenah Gurib-Fakim und Fußball-Weltmeister Miroslav Klose.

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Die Semperoper von innen. Ein gigantischer Anblick.

Man merkt, dass das Publikum glücklicher und die Stimmung wieder besser wird, sobald sich die Show dem Ende neigt. Denn jetzt ist es vorbei mit der Show, die Kameras sind aus, die Fotografen verbannt und die Stars können anfangen, zu feiern. Das tun sie, ganz traditionell, im Backstage-Bereich, wo auch ich mich tummel, betrinke und eine wirklich gute Zeit habe. Das Geschehen in der Oper, wenn die offizielle Show vorbei ist, ist immer eine ganz eigene Show. Davon bleibt man leider (oder vielleicht auch zum Glück) verschont, wenn man vor der Oper ist. Hier sieht man schnell mal den ein oder anderen Promi, wie er total betrunken zu Evergreens abgeht.

Ein lustiges Spektakel.
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Silvio Zschage (MDR Morningshow Moderator), Anne Sophie Enderlein (Shopping Queen des Jahres 2017) und ich in der Fledermaus Tanzbar in der Semperoper.

Im Backstage-Bereich der Semperoper befinden sich nämlich gar nicht mal so kleine Tanzbars, zum Beispiel die Madeleine und die Fledermaus, in denen zu später Stunde jeder Promi seine Hüllen fallen lässt. Und ich bin mittendrin. Coverbands geleiten durch den Abend und lassen das leicht verstaubte Image des Balls vergessen. Hier werden alte und auch neue Hits gecovert, während die Masse am Tanzen und Toben, am Trinken und Trällern ist. Es macht wirklich richtig viel Spaß! Man fühlt sich ein bisschen wie die männliche Cinderella. Für eine Nacht ist man umgeben von den Schönen und Reichen, trägt ein tolles Outfit und hat eine wunderbare Zeit. Doch anders als bei Cinderella verwandeln sich die Ballkleider hier nicht um Mitternacht zurück in einen Kürbis. Zum Glück! Denn um Mitternacht fängt die Party in der Fledermaus erstmal so richtig an. Man sieht viele unterschiedliche Ballroben. Die einen gefallen, die anderen wiederum gar nicht. Ein lustiges Spektakel, wie sich die Damen des Balls gegenseitig mustern und beurteilen.

Und ich mache natürlich dabei mit.
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Die hier anfangs noch leere Fledermaus Tanzbar in der Semperoper.

Nach viel zu viel Alkohol schwanken meine Begleitungen und ich, sowie einige ebenfalls betrunkene Promis aus der Oper. Auf dem Vorplatz der Oper steht niemand mehr, es regnet. Vielleicht ist das auch gut so, zumindest für das Image des ein oder anderen betrunkenen Promis. Am Ausgang gibt es große und sehr schwere Tüten, sogenannte Goodiebags, die es auf jeder Veranstaltung gibt, die von sich etwas hält und die ihren Gästen auch ein Erlebnis mit nach Hause geben möchte (abgesehen vom Kater, den man am nächsten Tag Zuhause verspürt). So ist die diesjährige Goodiebag gefüllt mit Leberwurst, Honig, Bier und Vodka. Eine interessante Mischung, wie ich finde. Dazu gesellt sich ein Schuhanzieher, ein paar Flyer und Gutscheine für Geschäfte in Dresden, die Sächsische Zeitung und die neue Ausgabe des Disy-Magazins. Die Erinnerungen an die illustre Nacht sind also deutlich schöner als der Inhalt der Goodiebag. Aber der Honig schaffte es am nächsten Morgen tatsächlich auf mein Frühstücksbrötchen.

Im Regen schaue ich der Oper nach und muss lachen. Was für ein Event. Jedes Jahr auf’s Neue.

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