„Dresden ist ein Pool der Kreativität“

Foto: Daniel Scholz

Philipp Schoof ist 1988 in Berlin geboren und hat Jazz-Saxophon an der Dresdner Hochschule für Musik studiert. Er arbeitet als Musiker viel mit Jugendlichen zusammen und unterstützt auch Flüchtlingsprojekte. Gerade hat er zusammen mit einem Freund seine eigene Musikagentur Viviendomusic gegründet – und erzählt im Interview, warum Dresden genau die richtige Heimat für seine Vorhaben ist.

Was ist für Dich gerade das Wichtigste im Leben?

Da muss man ganz klar unterscheiden: Auf der einen Seite natürlich meine Arbeit und dabei insbesondere der Aufbau meiner neuen Firma Viviendo Music Consulting. Diese möchte ich gern in Dresden bekannt machen und möglichst vielen Menschen tolle musikalische Umrahmung für ihre Veranstaltungen vermitteln.
Auf der anderen Seite möchte ich gern etwas zurückgeben. Ich sage gern, dass für mich als Musiker jeden Tag Weihnachten ist und daher möchte ich der Gesellschaft etwas zurückgeben. Momentan beteilige ich mich an verschiedenen Projekten, die musikalisch mit Flüchtlingen arbeiten. Zudem ist mir auch die Arbeit mit Jugendlichen sehr wichtig, da eine kreative Auseinandersetzung mit verschiedenen Alltagsproblemen für die Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen sehr förderlich ist. Leider wird dies im normalen Schulalltag viel zu selten berücksichtigt und daher versuche ich durch verschiedene Projekte diese Auseinandersetzung an Schulen voranzubringen.

Welche Vorteile bringt Dir Dresden für Dein Wirken?

Dresden verfügt über eine stark entwickelte Kulturszene, die sehr in dieser Stadt und der Bevölkerung verankert ist. Dadurch gibt es einen großen Pool kreativer Personen. Angefangen bei Musikern, über Fotografen und Projektentwicklern bis hin zu den Clubs der Stadt. Auch nimmt Livemusik einen großen Stellenwert ein, was für die Arbeit einer Musikvermittlungs- und Musikmanagement-Agentur natürlich Voraussetzung ist. Zudem lockt die Hochschule für Musik viele talentierte junge Musiker in die Stadt, die wiederum die Kulturszene bereichern und frische Impulse von außerhalb mitbringen.

Was nervt Dich so richtig an dieser Stadt?

Auch hier muss ich wieder ganz klar unterscheiden. Einerseits ist das, was hier montags immer wieder passiert, erschreckend und ekelhaft. Ich kann nicht nachvollziehen, wie so viele Menschen ihre menschenverachtenden und perfiden Parolen skandieren können und dafür auch noch Applaus bekommen. Leider findet immer montags die Probe einer meiner Bigbands, der Big Band 50plus, im Haus der Kathedrale am Altmarkt statt, sodass ich immer Zeuge dieses Mobs werde und mit einem unguten Gefühl zu dieser Probe komme. Andererseits nervt mich die Kulturförderpolitik der Stadt sehr. Mit neuen und innovativen Projekten hat man kaum die Chance, in den Genuss von Kulturförderung zu kommen, da die Mittel für seit langer Zeit bestehende Projekte vergeben sind. Dies spiegelt auch manchmal die allgemeine Haltung der Menschen in Dresden wider. Der „barocke Glanz von Elbflorenz“ ist ja etwas, auf das die Menschen hier, zu Recht, sehr stolz sind. Dadurch rücken jedoch manchmal neue Ideen zu sehr in den Hintergrund und haben es schwer, sich ein Standing beim Publikum zu erarbeiten.

Was macht Dresden für Dich aus?

Dresden ist für mich zuallererst die barocke Architektur, die zum Glück mittlerweile durch moderne Architektur ergänzt wird. Dann ist da die Elbe, die für mich ein wichtiger Ort für viele Dinge ist: Joggen, Nachdenken, Ruhe genießen oder einfach mal ein Weizenbier genießen. Zu guter Letzt natürlich die Semperoper, in der ich so oft wie möglich Vorstellungen besuche.

Dein Lieblingsort?

Meinen Lieblingsort in Dresden gibt es leider seit dem vergangenen Sommer nicht mehr. Das Café Erdgeschoß hat von einem auf den anderen Tag geschlossen. Nun bin ich immer noch auf der Suche nach einem neuen Lieblingscafé, hab es aber bislang noch nicht gefunden.
Wer gern mal richtig schick essen gehen möchte, dem empfehle ich das Restaurant im Bülow-Palais in der Königsstraße. Wer es etwas normaler mag, dem empfehle ich den Italiener „Toscana“ in der Louisenstraße. Dort kann man wunderbar im Hinterhof sitzen und sehr gutes Essen genießen. Zum Schluss kann ich noch einen tollen Platz in Pillnitz empfehlen: Entweder setzt man sich direkt auf die Treppe auf der Rückseite des Schlosses und damit dann direkt an der Elbe oder man erläuft sich die Weinberge und hat von dort einen wunderbaren Blick über die Stadt. Zudem kann man bei vielen Winzern direkt Wein verkosten. Ans Herz legen möchte ich den Besuch bei Winzer Rogge. Er kann nicht nur guten Wein ausschenken, sondern auch interessante Geschichten über die Stadt erzählen.

Was muss man hier unbedingt gesehen haben?

Unbedingt gesehen haben muss man das Panometer in Reick. Beide Ausstellungen sind fantastisch und interessant. Dann natürlich alle Einrichtungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: Das Grüne Gewölbe, die Rüstkammer oder die Türckische Cammer. Dann muss man die beiden Inszenierungen von „Hamlet“ und „Die Zuschauer“ am Schauspielhaus gesehen haben. Ganz wunderbar, wie Theater und Musik hier miteinander verwoben werden. Die Dresdner Musikfestspiele bieten im Frühjahr immer wieder ein interessantes und abwechslungsreiches Programm und die Eröffnungsveranstaltung kann jeder Dresdner bei freiem Eintritt besuchen. Etwas außerhalb von Dresden gibt es dann noch das Wildgehege in Moritzburg. Ich finde es sehr schön dort und es ist ein toller Ort zum Abschalten.

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