Mit den Kreativen verbunden – subcultours Dresden

Mit subcultours kommt ein neues Projekt nach Dresden, dass Kreative und Kunstschaffende mit Reisenden und Locals zusammenbringt  um gemeinsam zu schaffen – im wahrsten Sinne des Wortes. Wir haben das Opening Event besucht.

Veranstaltungen in der Nikkifaktur sind immer spannend. Chef und T-Shirt Drucker Marco „Nikki“ Wildner versteht es, neue Ideen aufzutun und ihnen in seiner Druckerei Raum zum Präsentieren, Besprechen, Entwickeln zu geben. Diesmal lädt subcultours Dresden zu seinem Opening Event in das Haus 7 des viel umsponnenen Lößnitzhofes. Und da gehen wir aus beschriebenen Gründen schon gern hin.

Subcultours… aaaah, ein Wortspiel, denke ich. In letzter Zeit  gab es mit diesem Label einige Sticker an sozialen Treffpunkten, Gastronomien, bunten Ecken. Irgendwas mit Subkultur und Stadtführung könnte man sich zusammenreimen, mehr verrieten die pastelligen Aufkleber nicht. Jetzt also: Opening Event, mal schauen.

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Direkt am Eingang werden wir empfangen – höchst offiziell. Unsere Namen werden auf Listen abgestrichen, wir bekommen „Netzwerk“-Kärtchen und niedliche Strohhalme aus Bambus. Julia Pfitzner, Citylead von subcultours für Dresden, gibt uns die Hand und wirkt ein bisschen aufgeregt, bevor sie uns direkt ins Getümmel zum vorab-netzwerken schickt. Wobei Getümmel nicht das richtige Wort ist. Erst ganz langsam trudeln so nach und nach Besucherinnen und Besucher ein, am Ende werden es um die 30 Personen sein. Hier und da erblickt man bekannte Gesichter aus der Kulturschaffenden- und Kreativszene Dresdens. Neben mir sitzt Steve Kupke, Gründer von UNIPOLAR und isst, gewohnt sonnig, einen Quinoa-Salat. Die Eierschecke auf den Tischen stammt aus dem Ofen von Martin Heller, einem umtriebigen Bio-Bäcker (Kuchenglocke). Die Stimmung: gelöst; die Getränke: frei; im Hintergrund: Nikki, T-Shirts bedruckend.

Und weiter? Worum geht’s nun eigentlich? subcultours – das erfahren wir von Julia – ist eine Online-Plattform, die lokale Künstler und Kreative mit Reisenden, aber auch interessierten Dresdnern zusammen bringen will. Man will einen Einblick in die Subkulturen der Stadt gewähren und vor allem zum Eintauchen, Austauschen, gegenseitig Inspirieren einladen. Das Ganze ist ursprünglich ein Projekt aus Costa Rica, das jetzt auch in verschiedenen deutschen Städten durchstartet. Und zugespitzt heißt das in Dresden: Weniger Barock, mehr Graffiti. Und praktisch bedeutet das: Sit Ins, Begegnungen und Workshops in Ateliers, Küchen, Werkstätten oder anderen Schaffensräumen. Wer Dresden besucht, kann über subcultours Leute kennenlernen, die in Elbflorenz Klamotten designen, Bio-Produkte herstellen, künstlerisch tätig sind. Es soll also darum gehen, eine Stadt über mehr als nur das Augenscheinliche (im Falle Dresden wohl „die Altstadt“) kennenzulernen und Kunstbegeisterten einen partizipativen Zugang zum „Underground“ zu verschaffen. Zumindest, wenn der Underground das mitmacht.

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Die Eröffnungsrede des heutigen Abends, die man hier Speed Speech nennt, kommt von Lars P. Krause, DEM Kultsiebdrucker aus Dresden mit dem unverwechselbaren Stil. Auch er ist Teil des sich neu formenden Netzwerkes und wird Aktionstage anbieten,  an denen man sein eigenes Poster drucken kann. Schon ziemlich cool, nicht nur für Touris, sondern sicher auch für Dresdner. Aber auch nicht unknackig im Preis. Die Workshops sind via subcultours separat buchbar und haben individuelle Preise zwischen derzeit 47 und 176 Euro – dafür hat man dann gemeinsam ein individuelles Produkt kreiert. Auch eine Geschenkidee für den arty Freundeskreis!

Der Abend geht weiter mit Miniworkshops von Brotbacken mitTorsten Görg (Kornkreise) bis Siebdrucken mit Lars P. Krause und natürlich jeder Menge Kennenlernen – begleitet von elektronischer Musik. Es wird sicher spannend, dem noch jungen Netzwerk beim Größerwerden zuzuschauen. Noch interessanter wird es dann, wenn auch Macher und Macherinnen außerhalb von Neustadt und Hecht hinzukommen. Projekte wie Volume11, tenza und sankt pieschen e.V. sind nur einige Beweise dafür, dass Subkultur in Dresden aus mehr besteht als nur aus Altstadt und Neustadt. typisch-dresdn.de wünscht Julia und ihrem subcultour-Team einen gelungenen Start und begleitet das Projekt für euch natürlich weiterhin beim Wachsen.

Mehr Infos gibt’s hier!

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Fotos: Laura Döring

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