Lingnerstadt in Dresden

Es ist ein Projekt, wie es die Stadt Dresden noch nicht gesehen hat. ,,Lingnerstadt“ – so soll die neue Stadt in der Stadt Dresden heißen. In Dresden entsteht nämlich ein komplett neuer Stadtteil. Mit neuen Wohnungen, neuen Straßen, neuen Geschäften, neuem Leben. Was klingt wie aus einem Sciencefiction Film ist in der Landeshauptstadt Sachsens schon lange keine Fiktion mehr. Dass der neue Stadtteil gebaut wird steht fest, nur der Baubeginn noch nicht.


100.000 Quadratmeter neue Stadt


100.000 Quadratmeter Fläche, 100.000 Quadratmeter neue Stadt. So groß ist das Gebiet, das sich ab 2025 Lingnerstadt nennen soll. Zwischen dem Dresdner Rathaus am Pirnaischen Platz und dem Hygiene-Museum am Großen Garten klafft eine Strecke, die nicht nur wenig ansehnlich, sondern auch kaum genutzt ist. Auf den 100.000 Quadratmetern liegen nämlich überwiegend alte, leere und baufällige Gebäude, die größtenteils bereits abgerissen wurden, sowie kaum befahrene Straßen und vereinzelte Wiesen. Lediglich ein Skaterpark erinnert regelmäßig daran, dass die zwischen Innenstadt und Park gelegene Strecke noch für etwas anderes als Parken und Spazierengehen benutzt wird.

Doch damit soll bald Schluss sein. Auf den 100.000 Quadratmetern wird nämlich bald, dank der Immovation AG, das pure Leben zu genießen sein. Das Gelände, welches jetzt mehr Tod als Top ist, wird mit Wohnungen, Läden und Freizeitmöglichkeiten bebaut. Das soll nicht nur Leben in das ausgestorbene Gelände bringen, sondern auch der Knappheit an Wohnungen in Dresden entgegenwirken.

Stelle für die Lingnerstadt 3


Kritik an der Lingnerstadt


Kritiker der Lingnerstadt sehen die Bebauung als zu großen Eingriff in ,,das Grün der Stadt“ und raten von der Umsetzung ab. Sie bemängeln, dass aus 100.000 Quadratmetern Grün nur noch Beton wird und fordern, dass man die bestehenden Grünflächen erhalten lassen sollte.

Generell herrscht in Dresden derzeit ein massiver Bauboom. An allen Ecken und Enden werden die letzten Baulücken geschlossen. So zum Beispiel am Postplatz, auf dem eine Vielzahl an neuen Häusern für Wohnungen und Läden entstehen, am Zwinger, wo ein frisch gebauter Wohnkomplex auf seine Fertigstellung wartet, in der Äußeren Neustadt, wo am Fuße der Garnisonkirche ebenfalls ein neuer Stadtteil entsteht, Am Dresdner Hafen, wo bald die bestehenden Flächen zur neuen Hafencity werden sollen und so weiter und so fort. In Dresden gibt es derzeit mehr potentielle Investoren und Projekte als verfügbare Baugrundstücke. Für die Entwicklung der Stadt von großer Bedeutung, aber für die verfügbare Natur auch von Nachteil.


Impressionen vom Gelände, wo die neue Lingnerstadt gebaut werden soll


Derzeit besteht der Großteil der 100.000 Quadratmeter nur aus Wiese und Parkanlage. Im Hintergrund sind zwei Gebäude zu sehen, die leer und baufällig sind und für die geplante Lingnerstadt abgerissen werden sollen. Stelle für die Lingnerstadt 1

Direkt neben dem Rathaus soll die neue Lingnerstadt entstehen. Dafür müssen aber noch ein paar alte Gebäude abgerissen werden. So auch das Gebäude rechts im Bild, in dem sich zum Beispiel derzeit noch der Autovermieter Sixxt befindet. Auch eine Jugendherberge, die sich noch weiter rechts befindet, wird der Lingnerstadt weichen müssen. Stelle für die Lingnerstadt 3

Auf dem Bild sieht man eine Straße die zwar auf den Plänen der Lingnerstadt erhalten bleiben, aber gründlich erneuert werden soll. Dort wo ab 2025 große, neue Appartementhäuser stehen sollen, stehen derzeit noch PKW. Weiter hinten befindet sich sogar ein kleiner Trailer-Park, der ebenfalls der Lingnerstadt weichen wird.

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Ein paar alte Gebäude mussten bereits weichen. Wenn man vor der bereits angefangenen Baustelle steht, bekommt man etwa ein Gefühl für die Dimension des Projektes. So groß die Baustelle auch wirkt, so klein wirkt sie auch, wenn man sich umschaut und feststellt, dass die bereits angefangene Baustelle nicht einmal 1/4 der zukünftigen Lingnerstadt ist.

Stelle für die Lingnerstadt 5Stelle für die Lingnerstadt 6

Der Blick vom Skaterpark auf das Rathaus Dresden ist einmalig, dürfte aber spätestens ab 2025 in der Form Geschichte sein. Große Appartementhäuser werden diesen freien Blick beschränken, wenn nicht sogar ganz verhindern. Die Dresdner pflegen darüber geteilte Meinungen. Die einen freuen sich über die Entwicklung ihrer Stadt, die anderen ärgern sich über die Beschneidung der Natur.

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Für die Lingnerstadt werden nämlich nicht nur Häuser, sondern auch Wiese, Parkanlagen und vor allem eine Menge Bäume weichen müssen. Auf dem Bild ist links die Jugendherberge zu sehen, die für die Lingnerstadt ebenfalls verschwinden soll. Mit ihr verschwinden auch die Bäume im Vordergrund.

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