Sonderausstellung Gewalt und Geschlecht im MHM

Es ist ein sonniger Freitag Nachmittag. Während andere schon das erste Wochenendbier im Hals stehen haben, kämpfe ich mich mit dem Rad bergauf zur Sonderausstellung „Gewalt und Geschlecht“ im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr Die nette Dame an der Kasse weist mich darauf hin, dass die Ausstellung im ganzen Museum „verteilt sei wie eine Splittergranate“ und ich marschiere los.

Rakete mit Verhüterli im Vorgarten

Die kostenlos zugängliche Kunst im Außenbereich des Museums ist ein guter Anfang. Verschiedene Installationen stehen herum, unter anderem eine Atomrakete mit einem Kondom drüber. Genau mein Humor. Gut unterhalten komme ich im ersten Ausstellungsraum an. Was als erstes auffällt: da bewegt sich was. Zwischen den Exponaten fliegt eine Gardine herum. Anders kann man es nicht beschreiben. Das lustige daran ist, dass ich teilweise wenige Sekunden von dem Ding eingesperrt werde und warten muss. Ich interpretiere das als eine Metapher für Sexismus.

Gewalt und Ge-schlecht strukturiert

Mal von dem wehenden Textil abgesehen ist die Ausstellung sehr konfus angeordnet. Einen roten Faden gibt es nicht. Oder ich hab ihn nicht gefunden. Ist auch nicht immer nötig und was ausgestellt wird, macht die verwirrende Anordnung mehr als wett. Ausgedruckte Memes zum Beispiel  sind Teil der Exponate. Das ist mal zukunftsweisend. Dann entdecke ich eine Originalskizze der Alien-Queen von der gleichnamigen Filmreihe. Als großer Alien Fan ist das wie eine kleine Pilgerfahrt. Allgemein muss man sagen, dass die Exponate der helle Wahnsinn sind. Blutdiamanten, eine Steinzeitmenschenkeule und ein Kostüm von Jackie Kennedy sind nur einige meiner Highlights.

 

Gewalt und Geschlecht Kondomrakete

Bedrückend aber gut

Meine amüsiertes Grundstimmung schlägt schlagartig um, als ich plötzlich vor dem Glaskasten stehe, in dem ein ausgebranntes Militärfahrzeug rostet. In dem Dingo starben drei Bundeswehrsoldaten und ich bin nur wenige Meter davon entfernt. Danach wird es nicht besser. Ob jetzt die Kleidung von versklavten Frauen des IS oder die Uniform einer kurdischen Kämpferin, die Mosul befreit hat- durch die Exponate wird die jüngste Geschichte bedrückend nah heran geholt. Diese Ausstellung ist eher was für graue Herbsttage finde ich, aber ich werde noch einmal wiederkommen. Gewalt und Geschlecht ist eine düstere aber auch gleichzeitig großartige Ausstellung, empfohlen für jeden der sich mal so richtig den Tag versauen will. Gewlat und Geschlecht Dingo

Sonderausstellung GEWALT UND GESCHLECHT
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
27. April – 30. Oktober 2018

Gewalt und Geschlecht Soldatin

 

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