Es gibt was auf die Augen und die Ohren: Wellenreiter

 

Ich habe früher in Physik gerne geschlafen, aber die Experimente habe ich geliebt! Das hat die Technische Sammlung in Dresden Striesen auch verstanden. In dem markanten, über 100 Jahre alten Gebäude kann man seit September eine neue Dauerausstellung ansehen: Wellenreiter- das opto-akustische Experimentierfeld. Es handelt sich um eine interaktive Ausstellung. Ich beginne meinen Rundgang durch den Wellenreiter und sehe… nicht viel. Die Räume sind zunächst sehr duster und menschenleer. Ein paar organische LEDs spiegeln mich aber auf wunderbare Weise wider. Trotzdem habe ich Probleme, die Erklärschilder zu lesen. Aber sei’s drum, das hier ist ja zum Glück ein Ausprobier-Museum – ich fasse einfach alles an.

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Die Flutwelle

Doch dann die Enttäuschung: viele der Exponate sind defekt. Strahler strahlen in die falsche Richtung, Fäden sind abgerissen und ein Farberkennungsgerät nennt eine blaue Socke „hell rot“. Ich ärgere mich ein wenig. Die Ausstellungsstücke die funktionieren, sind super. Ich kann zum Beispiel einen Laser steuern. Außerdem mit einem Instrument das typische Gruselpfeifen aus Horrorfilmen nachspielen, indem ich nur meine Hand um einem Stab herumfahren lasse. Als ich vor Styroporkugeln in einer Röhre stehe, die tanzend Schallwellen sichtbar machen, höre ich etwas. Eine Art donnern, aber es kommt nicht von der Röhre vor mir. Die Türen fliegen auf und eine Horde Grundschulkinder ergießt sich in die Ausstellung.

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Schalldruck

Auf Bauchnabelhöhe wuselt es auf einmal um mich herum. An allen Ausstellungsstücken wird gezogen und gezerrt. Natürlich ohne die Zettel zu lesen. Wenn nicht sofort etwas tolles passiert, rennen die Kinder kreischend weiter. Die Lehrerin und eine Museumswache versuchen irgendwie das Chaos einzudämmen. Ich lasse mir noch schnell eine Metallscheibe mit einem Laser gravieren, dann flüchte ich. Vor der Ausstellung stehen ein paar begleitende Mütter und tratschen. Ich streife noch etwas durch den Rest des schönen und vor allem ruhigen Gebäudes.

Trotz des ABC-Schützen-Überfalls hatte ich sehr viel Spaß. Die Ausstellung ist sehr empfehlenswert, auch wenn ich nicht weiß, wie lange sie noch intakt bleiben wird.

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Technische Sammlungen Dresden
Junghansstraße 1 – 3
(Eingang Schandauer Straße)
01277 Dresden

Öffnungszeiten
Di – Fr 9.00 – 17.00 Uhr
Sa / So / Feiertag 10.00 – 18.00 Uhr

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