Endstation Dresden: Linie 11, Zschertnitz

Wenn man eine Stadt wirklich kennenlernen will, muss man ihre Endstationen besuchen – das hab ich jedenfalls irgendwo mal gelesen. Ich probiere das heute aus und zwar am südlichsten Ende der Linie 11. Die Bahn biegt am Großen Garten ab und säuselt sich mühsam den Berg nach oben. Ich springe raus, mein Handy klingelt :

Sie: „Wo bistn du?“
Ich (murmelnd): „Zetschnits“
Sie: „Wo?“
Ich: „Zerschnitz!“
Sie (lacht): „Du kannst das echt nicht aussprechen oder?“
Ich: …

Ich frage mich, was diese Haltestelle noch kann, außer unaussprechlich zu sein. Ich trotte die Gleise zurück zur Haltestelle davor: Räcknitzhöhe. Einige Freunde von mir haben in den Hochhäusern hier gewohnt. Uninah, niedrige Mieten und ein fantastischer Ausblick. Nur die Fahrstühle sind manchmal volluriniert, aber irgendwas is ja immer. Hier wird sozialistische Baukunst mit einem Einkaufszentrum kombiniert: Hörgeräte, Optiker, Fleischer, Spätshop UND einen Inder-Pizza-Döner-Mann.

Endstation Dresden: Linie 11, Zschertnitz 4

Endstation Dresden: Linie 11, Zschertnitz 4

Mit einer neuen Brille, einem Hörgerät und einem Mettbrötchen in der Hand frage ich Onkel Wikipedia nach den Hotspots von Zschertnitz. Ich finde zunächst heraus, dass es Teufelsdorf bedeutet. Nur mal so. Ich kann es wahrscheinlich nicht aussprechen, weil es verflucht ist. Ich lese weiter und erfahre von einem coolen Stück Stadtgeschichte in der Nähe. Der Weg führt mich an putzigen Schrebergärten und einem Wasserwerk vorbei.

Endstation Dresden: Linie 11, Zschertnitz 3

Endstation Dresden: Linie 11, Zschertnitz 3

Kurz vor meinem Ziel stolpere ich über das Ehrengrab eines Kriegers. General Moreau kämpfte gegen Napoleon. 1813 sprach er gerade mit dem russischen Zaren, als eine Kanonenkugel aus dem nichts ihm die Beine zertrümmerte. In meinem Kopf ist er mit einem langgezogenen „NEEEEEEEEEIN“ zwischen den russischen Monarchen und dem Projektil gehechtet, aber ich finde leider nirgendwo Beweise. Ich merke mir, dass Kanonenkugeln immer Vorfahrt haben und gehe die letzten Meter zu meinem eigentlichen Ziel: Die Bismarksäule. Diese phallustige Säule Sandstein ist eine Feuersäule und über 100 Jahre alt. Sie sollte mit anderen ihrer Art ein Leuchtfeuer entzünden (Vergleiche Herr der Ringe, Teil 2). Ein ehrenamtlicher Verein kümmert sich um ihren Erhalt und von oben hat man einen ganz fantastischen Blick über ganz Dresden. Zufrieden mit meinem Ausflug lasse ich mich von der 11 in 10 Minuten zum Hauptbahnhof zurücksäuseln.

Endstation Dresden: Linie 11, Zschertnitz 5

Endstation Dresden: Linie 11, Zschertnitz 5

Wo soll ich als nächstes hin? Habt ihr eine Lieblingsendhaltestelle? Lohnt es sich wirklich, mit der 4 ganz durchzufahren?

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