Elbschlösser Dresden

Die Elbschlösser Dresden

Es gibt einen Ort in Dresden, der vielmehr an einen Ort aus einem Märchenbuch erinnert als an eine deutsche Großstadt. Dieser Ort ist alt aber irgendwie auch neu. Dieser Ort ist mystisch, aber irgendwie auch magisch. Dieser Ort ist sensibel, aber irgendwie auch schön. Dieser Ort nennt sich: die Elbschlösser Dresden. Direkt an der Elbe, an einem Hang gelegen, liegen im östlichen Teil von Dresden drei unfassbar wuchtige Schlösser. Dabei ist der Anblick aus der Ferne so schön wie vom Nahen. Und auch wenn die Elbschlösser von Dresden alle nebeneinander stehen und den Eindruck machen als würden sie aus der gleichen Zeit und Hand kommen, ist ihre Optik, ihre Geschichte und vor allem ihr heutiges Dasein komplett verschieden. Wir möchten Euch heute in die Welt der Elbschlösser Dresden einladen, die Schlösser vorstellen und vielleicht für einen Besuch inspirieren. Übrigens: keines der Elbschlösser Dresden wurde im zweiten Weltkrieg durch Bomben getroffen. Ein Glück! Mehr dazu gibt es in unserem Beitrag die Geschichte von Dresden.

Das Schloss Lingner

Das Schloss Lingner wurde im Auftrag von Prinz August von Preußenbon von 1850 bis 1853 erbaut. Es sollte das Gästehaus (!) für den Baronen des Prinzen sein, welcher sich direkt nebenan ein eigenes Schloss (Schloss Albrechtsberg) erbauen ließ. Bis zur Fertigstellung dessen, wohnte er im Schloss Lingner. Zum Schloss wurden ein Park und ein Weinberg gebaut, welche ebenfalls heute vollumfänglich erhalten sind. Über die Jahre ging das Schloss durch die Hände mehrere Dresdner Unternehmer, bevor es 1906 der Erfinder des Odol-Wundwassers, Karl August Lingner kaufte. Dieser errichtete eine Seilbahn den Weinberg hinunter zur Elbe, einen kleinen Zoo im Park sowie eine Orgel – doch leider sind keine dieser Dinge heute noch vorhanden. Kurz vor seinem Tod vermachte Herr Lingner in seinem Testament das Schloss der Stadt Dresden, sofern fortlaufend zwei Bedingungen erfüllt werden: es muss zu jederzeit der Öffentlichkeit zugänglich sein und im Schloss soll sich ein Café und Restaurant befinden, welches in naher Umgebung das Günstigste ist. Eine löbliche Tat. Softdrinks gibt es heute im Schloss Lingner bereits ab 75 Cent. Karl August Lingner selbst liegt in einem Mausoleum im Park des Schlosses.

Elbschlösser Dresden Schloss Lingner

Das Schloss Albrechtsberg

Das Schloss Albrechtsberg wurde im Auftrag von Prinz August von Preußen von 1850 bis 1854 erbaut. Es zählt zu dem größten und repräsentativstem Schloss der drei Elbschlösser Dresden. Eine Aufzählung der Räume im inneren erklärt wieso: Gartensaal, Billardsaal, Teezimmer, Herrschaftstreppe, Kronensaal, Prinzensalon, Blauersalon, Lederzimmer, Spiegelsaal, Türkisches Bad usw. – die Liste der imposanten, wir würden heute wohl sinnlosen Zimmer sagen, ist endlos. Das Schloss protzt nur so vor Prunk, eine absolute Schmeichelei für das Auge. Das Schloss Albrechtsberg erfuhr in seinen Tagen als Wohnsitz für Adlige viele Bewohner, Streitigkeiten, Ehen und Scheidungen, welche das Schloss nicht nur geschichtlich, sondern auch äußerlich immer interessanter machte. So ließ man einen Park, einen Viadukt oder ein römisches Bad am Fuße des Schlosses errichten, was zum Glück heute noch alles vorhanden ist. Nach unterschiedlicher Nutzung im Krieg und einige Zeit als Hotel, wurde das Schloss von seinen Besitzern an die Stadt Dresden verkauft, die es heute, ebenso wie das Schloss Lingner, für die Öffentlichkeit zugänglich hält. Im Schloss befinden sich kulturelle Institutionen, wie zum Beispiel eine Kunstschule. Das Schloss Albrechtsberg ist auch sehr beliebt für Hochzeiten und Feste. Mit einer spannenden Geschichte und gutem Aussehen kann das Schloss definitiv überzeugen.

Elbschlösser Dresden Schloss Albrechtsberg

Das Schloss Eckberg

Das Schloss Eckberg ist das wohl mysteriöse und optisch fast schon unheimlichste Schloss der drei Elbschlösser Dresden. Es wurde von 1859 bis 1861  im Auftrag von Johann Daniel Souchay erbaut und diente ihm als Wohnsitz. Er wollte es gotisch und verwinkelt – und das bekam er auch, weshalb das Schloss Eckberg unverkennbar auch danach aussieht. Wer einmal im Schloss Eckberg gewesen ist, der weiß: hier hätte ein Agatha Christie Krimi spielen können. Über die Jahre wechselte das Schloss die Besitzer wie das Wetter die Jahreszeiten änderte. Darunter waren viele neureiche Dresdner Unternehmer, die aufgrund der deutschen Industrialisierung in Dresden wie Unkraut aus dem Boden wuchsen. 1925 erwarb das Schloss der Unternehmer Ottomar Heinsius von Mayenburg, der Erfinder der Zahnpasta und der Aluminiumtube. Als Leidenschaftlicher Gärtner baute er eigenständig den Park, die Gewächshäuser sowie den Steingarten an (heute alles noch erhalten), was er einmal im Jahr der Öffentlichkeit zugänglich machte. Im Krieg wurde die Familie Mayenburg vom Schloss enteignet. In dieser Zeit war das Schloss Eckberg ein Studentenwohnheim sowie die Produktionsstätte von Elektroteilen. Nach dem Krieg fiel das Schloss zurück in die Hände der Familie Mayenburg, welche es an eine Münchner Unternehmung verkaufte, die seid 1994 ein Luxushotel aus dem Schloss machte. Und genau das ist das Schloss auch heute noch. Ein unfassbar schöner Ort um zu Nächtigen und Feste zu feiern.

Elbschlösser Dresden Schloss Eckberg

 

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