Wild, bunt und schwer musikalisch – der Dresdner Song Slam

Ihr sitzt bei Schnee und Eis lieber zu Hause und schaut Netflix (oder einen anderen der vielen Streaming-Dienstanbieter)? Verständlich! Aber diesen Donnerstag solltet ihr eine Ausnahme machen, euch in eine euer hübschen Ausgehklamotten schwingen und dem Song Slam einen Besuch abstatten. Der Liedermacherwettstreit in der GrooveStation startet nämlich mit brandneuem Team und wieder jeder Menge toller Musik ins neue Jahr.

Vor 10 Jahren habt ihr vermutlich auf eurem Motorola-Klapphandy MMS verschickt und zu Keinohrhasen im Kino geschmust. Ein paar von euch mögen aber bereits eine Show besucht haben, die ihr Publikum seit je begeistert: Den Dresdner Song Slam. Und wenn an diesem Donnerstag um 20:30 Uhr das Licht in der GrooveStation gedimmt wird, die Bühnenspots angehen und das Moderatoren-Team „Frau Fuchs und Herr Rieger“ (Manja Branß und Kai Rieger) die Bühne betritt, dann wird klar, dass dieses Veranstaltungsformat trotz seiner 10 Lenze kein bisschen müde geworden ist.

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Was ist der Song Slam?

Wenn wir „Slam“ hören, denken wir schnell an Poetry Slams, jene Poeten-Wettbewerbe, die man im ganzen Land besuchen kann. Wir denken an Stand up-Comedy und meist volle Säle mit Bühnen voller sprechender Performer. Der Song Slam ist auch so ein Wettstreit. Aber wie der Name schon sagt, besteigen die acht TeilnehmerInnen nicht sprechend, sondern singend die Bühne und treten mit ihren selbstgeschriebenden Songs gegeneinander an.

In Dresden beginnen diese Abende meistens sehr lustig. Die Reihenfolge, in der die teilnehmenden Musiker ihre Songs auf der Bühne darbieten, wird zuvor ausgelost. Und da niemand wirklich der oder die Erste sein will (wie damals in der Schule), springt stets das Orga-Team in die Bresche und gibt das „Opferlamm“ mit der ersten musikalischen… naja… „Performance“ des Abends. Und das geht so: Drei sehr schlecht aus dem Englischen ins Deutsche übersetzte Pop-Songs werden dem Publikum „singend“ und „Gitarre spielend“ feil geboten. Das Publikum darf dann gegen Freibier und -karten raten, um welche Lieder es sich wohl handelt. Am Ende dieser Einlage sind die Besucher des Song Slams warmgeklatscht und eingestimmt auf acht Musikerinnen und Musiker, die um ihre Gunst spielen.

Dabei geht es oft wild zu, denn: Denn beim Song Slam, der sich auch als „Schaufenster für neue Musik“ sieht, darf theoretisch jeder auf die Bühne, der ein Instrument spielen und einen Song schreiben kann. Dabei ist es  ganz egal, ob mit Gitarre, Tuba, Triola oder Nasenflöte – erlaubt ist alles, solange die Musik selbstgemacht ist. Das Programm ist also bunt und abwechslungsreich, mal melancholisch, mal ulkig, aber in jedem Fall schwer musikalisch. Dass dabei nicht jeder Bühnen-Act jeden Ton trifft, macht den Reiz der Veranstaltung aus, denn schließlich muss es am Ende ja auch einen Gewinner geben. Und wie bei jeder Slam-Veranstaltung wählt den das Publikum – zunächst mit „Urnenwahl“, im Finale dann via Applaus.

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Mit dabei sind…

Am Booking sitzen seit dem neuen Jahr mit Jannika Schmitt und Anni Weder zwei neue Teammitglieder. Man darf also gespannt sein, welche neuen Musiker die beiden auf die neustädter Bühne vor dem roten Vorhang hieven. Einen kurzen Einblick auf die Künstlerliste ließen Sie uns schon erhaschen! Mit dabei diesmal u.A.: Ezé Wendtoin Warc-en-ciel aus Burkina Faso mit seinem selbstgebauten Allround-Schlagzeug, die Dresdner Songwriterin Jolanda In Serra  und Akustik-Musikerin Tini Bot. Fans des Liedermacherwettstreits können sich übrigens beruhigen: René „der Herr Gade“ Werner, der fast fünf Jahre die Künstlerauswahl betreut hat, bleibt dem Slam vorerst in seiner Rolle als „opferlamm’scher“ Gitarrist und Sänger erhalten.

Der Song Slam ist eine kurzweilige Sitzveranstaltung, die einem warm ums Herz werden lässt. Denn egal ob großes Talent oder blutiger Anfänger: Jeder, der sich auf diese Bühne wagt, macht das mit Leidenschaft, Herzblut und sehr viel persönlichem Engagement. Bei einem kleinem Interview nach jedem Auftritt erfährt das Publikum mehr zum Song und der Person dahinter. So manch Einer lässt sehr tief blicken, eine Andere hat Liebeskummer, ein dritter Teilnehmer entpuppt sich als Komödiant. Zwischendurch gibt es viele News aus der Liedermacher-Szene Dresdens, Sachsens und Deutschlands und wirklich viel zu lachen (zugegebener Maßen auch recht infantile Witze). Wir erfahren mehr über neue Projekte der Songwriter-Szene und wissen am Ende, welche Konzerte wir in den nächsten Wochen auf keinen Fall verpassen dürfen. Und das alles gibt es in wundervoller Zuhör-, Mitsing- und Lautklatsch-Atmosphäre in der GrooveStation.

Dresdner Song Slam
Donnerstag, 19. Januar 2017, 20:30 Beginn (19:00 Uhr Einlass)
GrooveStation, Katharinenstr. 11-13, 01099 Dresden

Eintritt: 5 € (VVK+Gebühr)/6 € AK

Fotos: Steffen Haas & Alexander Peitz
Videos: Steffen Haas

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