Dresden Lost Places: Elbufer

Nachdem bereits die Dresdner Heide als Lost Place in Dresden vorgestellt wurde, kommt heute ein weiterer Lost Place dazu. Auch wenn gerade die Jahreszeit beginnt, in der die beiden Plätze wieder ,,besiedelt“ werden, ist es dennoch interessant zu wissen, wo sich vor ein paar Wochen noch kaum jemand aufhalten wollte. Die Rede ist vom Dresdner Elbufer. Denn nicht nur die Heide ist den Herbst und Winter über wie ausgefegt, sondern auch die ewig langen Wiesen entlang der Elbe.

Im Sommer ist das Elbufer der Hotspot schlechthin in Dresden. Stadtfest hier, Filmnächte da, Konzert und Kaiser-Mania, Puplic-Viewing und Grill-Marathon, Schulausflug und Yoga-Kurs. Auf den Elbwiesen ist immer etwas los. Zumindest im Sommer. Denn sobald es Herbst wird, die Temperaturen in den Keller fallen und die Menschen sich in ihre Häuser zurückziehen, dann bleiben sie leer, die langen, weiten Elbufer. Man sieht vereinzelt einen dick eingepackten Menschen mit seinem Hund Gassi gehen, einen Fahrradfahrer der vorbeidüst und den Straßenverkehr meiden will. Aber spätestens ab dem ersten Schneefall sieht man diese auch nicht mehr.Dresden - Elbufer - 1

Die Elbufer sind jetzt tot.

Man bekommt fast das Gefühl, dass das die Elbe und die Wiesen benötigen, um sich zu regenerieren – wandern doch im Sommer Millionen an Menschen über sie. Einen besonders tollen Anblick bietet dieser Lost Place nun nicht nur für das Auge, sondern auch für Fotografien. Deswegen werden die Panorama Bilder des berühmten Canaletto-Blicks immer gerne im Herbst und Winter geschossen, wenn die Wiesen menschenleer sind.

Während das Elbufer vor sich hinlebt und ein im Herbst und Winter fast schon Biotop ähnlichen Charakter hat, tümmeln sich die Menschen im Stadtzentrum umso mehr. Weihnachtsmarkt, Shopping, Essen und Trinken gehen – all das kehrt sich allerdings zum Glück im Frühling wieder um. Und im Sommer bleiben die Einkaufszentren leer und die Menschen in Dresden siedeln sich wieder an die Elbufer. Das gute Wetter, ein paar warme Sonnenstrahlen und der Geruch von Grillkohle läuten die Saison der Elbufer ein.

Dresden wäre ohne die Elbufer nicht Dresden. Ähnlich wie die Dresdner Heide, sind die Elbufer der natürliche Sammelpunkt der Stadt. Fast wie ein Markt, nur ohne Handeln. Die Nachfrage nach den Elbufern ist immer da, doch leider kann das Angebot im Herbst und Winter nicht gerecht werden. Umso mehr freut man sich als Dresdner dann nach einer Weile wieder auf das frische Wiesengras. Und der erste Spaziergang über die Elbwiesen sind magisch, weil man weiß, dass diesem Spaziergang unendlich viele weitere folgen werden, bis das Elbufer wieder in seinen Winterschlaf verfällt.Dresden - Elbufer - 3

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