Die Geschichte von Dresden

Die Geschichte von Dresden

Wir bei Typisch Dresdn blicken gerne in die Zukunft. Wir berichten über bevorstehende Events, über neue Saisons, über geplante Projekte und stattfindende Neueröffnungen. Doch wer schaut auch mal in die Dresdner Vergangenheit? Wir! Und zwar heute! Wie steht es eigentlich um die Geschichte von Dresden? Wie kam es zu Dresden? Was hat Dresden durchgemacht? Und so weiter und so fort. Setzt euch hin, hört gut zu – jetzt ist Zeit für ein bisschen Geschichtsunterricht. Die Geschichte von Dresden.

Die ersten Besiedlungen von Dresden scheinen nach Forschungen im 5. Jahrhundert v. Chr. stattgefunden zu haben. Wahnsinn! Erste Siedler ließen sich an der Elbe nieder, die einen fruchtbaren Boden, viel Wald und Wasser bereithielt. Dresden, das kommt von damals aus dem altsorbischen, was so viel bedeutet wie ,,Sumpf-Bewohner“. Was heute die schönen, weltweit bekannten Elbwiesen sind, waren damals tatsächlich Sumpffelder – die für die sächsische Hauptstadt namensgebend waren. Über die Jahre ließen sich immer mehr Siedler an der Elbe im Raum des heutigen Dresdens nieder. Sie begannen mit Landwirtschaft, Tierhaltung, Fischfang und Handwerk, wodurch über Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte eine kleine, aber ganz feine, eigenen Welt entstand. Die Siedler wurden zu Bauern und Kaufleuten, sowie die Hütten und kleinen Bauten zu ersten Häusern und Bauwerken.

Dabei unterschieden sich die angesiedelten bzw. mittlerweile die dort lebenden, nachgefolgten Generationen in eine Stadt oberhalb und unterhalb der Elbe. Es gab Dresden also ganze zwei Mal. Ein Dresden und ein Altendresden.  Dabei wird Dresden das erste Mal 1206 und Altendresden das erste Mal 1350 erwähnt. Erst viele, viele Jahre später, im Jahr 1549, werden beide Teile zu einer Einheit verbunden. Zu verdanken ist dies Kurfürst Moritz. Der kleine, heimliche Vater vom heutigen Dresden. Die Grundsteine für eine neue, große Stadt waren gelegt, denn: Auch, wenn Dresden noch recht spärlich bebaut war, die richtige Bebauung ließ nicht lange auf sich warten. Die Leipziger Teilung der wettinischen Länder im Jahr 1485 sorgte für einen ordentlichen Aufschwung von Dresden, denn die einstige ,,Sumpf-Stadt“ am Ufer der Elbe wurde plötzlich zur herzoglichen Residenzstadt der sächsischen Herrscher. Dadurch wurde Dresden mit eine der bedeutendsten Städte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen. Was so schön klingt, war genau das auch. Dresden wurde zum kulturellen und politischen Zentrum für fast alles. Aber jetzt war es besiegelt: Dresden sollte einmal was Großes werden.

Deshalb wurde auch viel in die Stadt investiert. Der neue Kurfürst August wollte das so. Es entstanden ein Residenzschloss, eine Münzstätte und viele kulturell sehr wichtige Einrichtungen. Wäre das nicht geschehen, so wäre Dresden wohl immer die ,,einfache“ Stadt der Bauern und Kaufleute, irgendwo an der Elbe, geblieben. Doch so rückte Dresden ins Zentrum der Macht und war, so würden wir über das heutige Berlin Mitte sprechen, einfach nur noch hip und cool, zukunftsweisend und revolutionär, die Einladung in eine Weltstadt. Das lockte natürlich viele Einwohner und Geschäftsleute an. Dresden fungierte wie ein Magnet, der nur Leute an sich zog, anstatt sie auch wieder loszulassen. Dresden wuchs vom Teenager zum stattlichen Erwachsenen heran. Und was für ein Erwachsener. Dresden wurde die neue Heimat von August dem Starken, von Adligen, Herzogen und Fürsten. Und eh man sich versah, wurde am Sumpf der Elbe nicht mehr geangelt, sondern im schicken Kleid spaziert.

Dresden ging es gut. Für eine Zeit. Dann kam der Dreißigjährige Krieg, in dem Dresden zwar nicht geplündert oder zerstört, aber von Pest und Hungersnot heimgesucht wurde. Von da an ist die Geschichte von Dresden von Erfolgen und Niederlagen geprägt. Zum einen wurde Dresden niedergebrannt, dann wieder aufgebaut. Zum anderen wurde Dresden durch Preußen erobert, bevor man es zurück eroberte und bis zur heute bekannten Barockstadt wieder aufbaute. Dann wurde Dresden und Umgebung in die Völkerschlacht von Leipzig integriert, zu denen Napoleon seine großen, letzten Siege auf deutschem Boden feierte. Zu der Zeit glich die Stadt Dresden einem großen Krankenhaus, durch die vielen Kriegsverletzten der Schlacht. Dresden erholte sich von dieser Zeit im 18. Jahrhundert sehr gut und blieb auch im ersten Weltkrieg nahezu verschont, was Dresden einmal mehr gedeihen und blühen ließ. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Sachsen mit Dresden einer der wohlhabendsten Bundesstaaten von Deutschland. Ein Ritterschlag.

Auch vor Dresden machte der Nationalismus kein Halt. Die einst 5000 Juden, die in Dresden lebten, wurden verscheucht oder in Konzentrationslager gebracht. Eine dunkle Stunde von Dresden. Wurde Dresden während des Ersten Weltkriegs verschont, traf es die sächsische Hauptstadt im Zweiten Weltkrieg umso deutlicher. Am 13. Februar 1945 wurde Dresden von britischen und amerikanischen Armeeflugzeugen bombardiert. Dresden wurde dadurch zu 60 Prozent zerstört – die Innenstadt dabei komplett. Schätzungen zu Folge sollen 25.000 Menschen in der Nacht ums Leben gekommen sein. Bis heute ranken sich äußerst viele Geschichten und Mythen um diese Nacht. Die Luftangriffe auf Dresden sind faszinierend und abschreckend zugleich, weshalb sie in vielen Büchern und Filmen verarbeitet werden. (Jedes Jahr findet am 13. Februar eine Menschenkette um die Innenstadt von Dresden statt, an der jeder für eine Schweigeminute teilnehmen kann.)

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Dresden nicht mehr die mächtige und prächtige Stadt, die sie einmal war. Menschen hatten Familie, Freunde, sowie 60 Prozent ihrer Stadt verloren, was natürlich nicht selten auch das eigene Wohnhaus war. Dresden glich einem tristen Ort – verglichen mit den goldenen Zeiten zuvor. Doch das stoppte die Dresdner nicht, wieder in ihre Stad zu investieren. Es gingen ein paar Jahre ins Land, die nicht nur Grind auf Wunden wachsen, sondern auch den Schutt und die Ruinen beseitigen ließen. Ab dem Jahr 1960 begann man mit dem Wiederaufbau. Dresden wurde nach dem historischem Vorbild wieder aufgebaut. Wohnhäuser, Fabriken, Denkmäler, Kirchen, Plätze, Brücken, die Oper, der Zwinger, die Frauenkirche, der Theaterplatz, der Altmarkt, die Einkaufsmeile Pragerstraße – man könnte diese Liste ewig und drei Tage fortsetzen. Wo würde man ankommen? Im heutigen Dresden, was zu 99 Prozent wiederaufgebaut ist. Nur noch sehr, sehr wenige Lücken findet man in Dresden, auf denen aber mittlerweile auch Kräne stehen, um neue Bauten zu errichten.

Es hat keine 100 Jahre gedauert, um aus dem einst fast verschwundenen Dresden eine wieder blühende, pulsierende Großstadt zu machen, die mehr damit beschäftigt ist, zu wachsen und zu gedeihen, anstatt ewig in der Vergangenheit zu leben. Die Dresdner Gesellschaft ist stolz auf die Geschichte von Dresden, die symbolisch dafür stehen kann, dass auch die aussichtsloseste Situation überhaupt nicht für ein Ende stehen muss. Dresden ist wiederauferstanden, neu geboren, wie ein Phönix aus der Asche. Es muss der Ehrgeiz der einstigen ,,Sumpf-Bewohner“ gewesen sein, der die damaligen Siedler bekräftigt hat, sich im heutigen Dresden niederzulassen. Es muss der gleiche Ehrgeiz sein wie von den Menschen, welche Dresden wiederaufgebaut haben. Wie meinte einst eine Freundin zu mir: ,,Die Altstadt von Dresden erinnert mich irgendwie an das Disneyland. So freundlich, so friedlich, so fremdwelt schön.“

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