Viel unentdecktes Potenzial: Wie DAVE Grenzen aufbricht & Dresden leuchten lässt

Am Freitag startet DAVE, das Festival für Clubkultur in Dresden. Wir haben mit Festival-Macherin Christiane Lehmann gesprochen und verraten mehr als nur Event-Tipps…

Wer an  Dresden denkt, dem fällt vielleicht nicht immer gleich die elbflorentinische Clubkultur ein. Dabei ist sie groß, vielfältig und weit über die Stadtgrenzen hinaus schillernd. So schaffte es der Klub Neu in diesem Jahr etwa unter die Top 10 der „Besten Clubs, die nicht in Berlin sind“. Einmal im Jahr zelebriert ein Festival namens DAVE die Dresdner Szene ausschweifend, aber nicht ausschließlich hedonistisch. DAVE versteht sich dabei als Podium, die hiesige elektronische Subkulturszene in all ihrer Vielfältigkeit zu präsentieren. Nicht nur mit Veranstaltungen, sondern auch Netzwerktreffen oder Workshops.

Transgressionen – unter diesem Schlagwort steht das Festival dieses Jahr. Oft – so die Macherinnen und Macher – hindern die Grenzen im Denken am Weiterkommen. Denn wer verlässt schon gern gewohntes Terrain oder eingetretene Denkpfade? Wer betritt schon gern unbekannte Räume? DAVE will genau das tun, indem es ein audiovisuelles Festival in einer Stadt etabliert, die in der Innen- und Außenwahrnehmung oft als geteilter urbaner Raum erscheint. Auf der einen Seite die Altstadt, klassisch und barock, auf der anderen Seite die Neustadt als subkulturell-jugendlicher Raum, dazwischen die Elbe als quasi symbolische Kulturgrenze.

Dass das mitunter ausgemachter Bullshit ist, betone ich ja immer wieder.

DAVE will diese oft gefühlte Grenze niederreißen. Dafür bringt das Festival elektronische Tanzmusik ins Theater, darstellende Kunst auf Tanzflächen oder füllt Museen mit Bass und audiovisuellen Shows. DAVE will aber auch Grenzen im Kopf überschreiten, indem das Programm z.B. bewusst die Aufmerksamkeit auf Künstlerinnen richtet. Die Macher und Macherinnen von DAVE haben einen ausgemachten Traum. Dresden soll in seiner Vielfalt ein Kontinuum werden, in dem sich die unterschiedlichen Kulturen auf Augenhöhe begegnen – und anerkennen. Wir haben mit Christiane Lehmann, Zuständig für Organisation und Sponsoring bei DAVE, gesprochen und sie gefragt, wie es sich so wirkt und versöhnt in der Stadt, die auch von außen so oft als gespalten wahrgenommen wird.

Was ist gerade das Wichtigste bei deinem Projekt DAVE?

Da wir am Freitag, den 20. Oktober im Kleinen Haus das Festival eröffnen, also das Festival quasi schon in der Tür steht, verteilen wir Programmhefte in der ganzen Stadt, treffen letzte Absprachen, wer wann wo wie und was auf- und wieder abbaut und versuchen eigentlich an allen Orten gleichzeitig zu sein, damit wir dann gemeinsam mit unseren Gästen zehn spannende Festivaltage der Clubkultur erleben können.

Wofür steht DAVE eigentlich?

DAVE steht für Dresden Audio Visual Experience. Dahinter steckt der Gedanke, dass wir die Clubkultur in Dresden in all ihren Facetten von elektronischer Musik, Visuals und Performances über die Stadtgrenzen hinaus zum Leuchten bringen. Uns ist dabei auch die Förderung des Nachwuchses sehr wichtig. So bieten wir nicht nur eigene DAVE-Veranstaltungen an, sondern laden auch zu Diskussionen und Workshops ein. Im DAVE Workshop Camp bieten wir eine ganze Woche lang Workshops rund um die Themenbereiche Musikproduktion, DJing und VJing an. Das ist sowohl für Einsteiger*innen als auch für Künstler*innen etwas dabei. Um die einzelnen Themenbereiche tiefgründig aufzuarbeiten, verteilt sich das Workshop Camp auf verschiedene Locations: Die Hochschule für Musik, das Musikhaus Korn, das Alte Wettbüro, die Scheune und das Hole of Fame.

Welche Vorteile bringt dir Dresden für dein Wirken?

Diese Stadt hat einfach so viel unentdecktes Potenzial: Der soziale Zusammenhalt in der Clubszene ist schon erstaunlich! Wenn wir einen Abend planen, dann kann ich auch ins Thalia oder ins Sidedoor oder ins Wettbüro gehen und treffe dort, ohne mich vorher zu verabreden, Menschen mit denen ich gemeinsam denken und entwickeln kann.

Und worauf können wir uns bei DAVE 2017 am meisten freuen?

Puh, ganz ehrlich: Bei 100 Künstlern und Künstlerinnen, 25 Locations und 64 Veranstaltungen ist es schwer sich auf eine Veranstaltung festzulegen. Am besten so viel wie möglich mitnehmen, würd ich sagen. Aber ganz dringend zu empfehlen ist FACES OF SOUND am Mittwoch, den 25.10. im Deutschen Hygienemuseum, aber auch SPECTRA am Freitag, den 27.10. im objekt klein a würde ich nicht verpassen wollen. Und natürlich sollte niemand verpassen, sich früh genug Karten für BEYOND THE CLUB am Sonntag, den 29.10. in der Martin-Luther-Kirche zu holen. Hier kommen alle noch einmal zusammen und lauschen elektronischer Musik in der Kirche – ein ganz besonderer Moment der Festivalwoche.

Was nervt dich so richtig an dieser Stadt – persönlich und auch das Projekt betreffend?

Naja, als Brandenburgerin kann ich nicht immer mit dieser Gemütlichkeit umgehen. Erst mal „n Scheelchen Heeses“ trinken und reden, das ist anstrengend. Da hab ich oft zu wenig Geduld und will lieber gleich die Bohrmaschine in die Hand nehmen und Löcher bohren… Gemütlichkeit und Behäbigkeit liegen da manchmal zu nah beieinander.

Was macht Dresden für dich aus? Wieso ist Dresden der richtige Ort für DAVE?

Ohne Dresden würde es kein DAVE geben! Die Menschen sind hier aneinander gebunden. Man begegnet sich, gewollt oder nicht. Und da es in Dresden schon lange wirklich fantastische Nachwuchskünstler*innen gibt, die oft nicht den passenden Raum für ihre Arbeiten finden und dann jedes Mal nach Leipzig oder Berlin gehen, braucht es eine Perspektive. Aber genau da passiert im Moment so Manches. Beim feministischen Speed Dating letzte Woche im objekt klein a war ich doch erstaunt, wie sich die Veranstalterszene gewandelt hat und wie viele junge Frauen am Start sind. Ich sehe da noch viel Potential in Dresden und diese Energie ist zur Zeit spürbar, das ist schön.

Was ist dein Lieblingsort in Dresden, was muss man unbedingt gesehen haben?

Die Sternenwarte in Radebeul. Mit Voranmeldung in die Sterne schauen und dann im Astro-Shop den schönsten Nippes kaufen! Das sollte sich niemand entgehen lassen.

Was macht DAVE eigentlich, wenn nicht gerade Festival ist?

Meetings, Grillen, Musik hören, Künstler*innen treffen, utopische Ideen spinnen und neue genreübergreifende Projekte planen.

Wo geht Nane von DAVE eigentlich am liebsten essen?

Ich hab eigentlich immer Hunger! Zur Zeit geh ich gerade oft ins Steffenhagen. Eine gute vegane Küche, die einfach überzeugt. Aber es gibt ja auch noch den Falschen Hasen und das V-Cake, und die Jungs vom Fettboy und das Alte Wettbüro und das Wulberts und die Pizzastube und… ach, ich kann mich sowieso nicht entscheiden.

Und natürlich zu guter Letzt: Dein ultimativer Ausgeh-Tipp?

Den gibt es in Dresden zum Glück nicht. Ich geh dorthin, wo mich das musikalische Programm verführt. Wenn ich nicht gerade im Kleinen Haus oder im Schauspielhaus meine Abende verbringe.

 

 

DAVE – Dresden Audio Visual Experience. 20 — 29 Oktober 2017

 

nane

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