„Was wollt ihr immer alle mit diesem Sex?“: Asexuelle Menschen in Dresden

Dresden ist bunt, divers und vielschichtig. Und überall lassen sich Freundschaften schließen, Verbündete finden und Gleichgesinnte treffen. Das A*Team ist so eine Gruppe gleichgesinnter Menschen. Sie alle verbindet ihre Einstellung zu den Themen Sexualität und Liebe. Unter der Federführung von Liese Braun und Daniel Frauenberger trifft sich die Gruppe mit dem Sternchen im Namen seit nun etwa fünf Jahren monatlich zu Plausch, Austausch und gegenseitiger Unterstützung. Wir wollten mehr über diesen Stammtisch wissen und haben nachgefragt…

Erstmal ganz kurz und knapp: Was ist das A*Team?

Das A*-Team ist eine Gruppe für Menschen, die sich auf dem Spektrum der Asexualität und Aromantik verorten, aber auch für deren Angehörige, deren Partnerinnen und Partner. Sie bietet einen Raum für Fragen, Anliegen und lockere Plaudereien. Die Idee der Gruppe ist es, einen geschützten Raum zum Austausch zu schaffen. Außerdem möchten wir die Möglichkeit bieten, Kontakte zu anderen Menschen zu knüpfen, die sich im Spektrum der Asexualität und Aromantik bewegen.

Was bedeutet das genau? Welche Menschen nutzen euer Angebot?

Unser Angebot richtet sich an asexuelle Menschen, die keine oder nur eine geringe sexuelle Anziehung zu andere Menschen empfinden. Zum Beispiel an Demi-Sexuelle, die nur eine sexuelle Anziehung gegenüber Menschen verspüren, zu denen sie eine tiefe emotionale Bindung aufgebaut haben. Oder an Gray-Sexuelle, also Personen, die sich in keiner vorhandenen Definition wiederfinden oder auf die verschiedene Definitionen zutreffen. Außerdem sind wir eine Gruppe für a-, grey- und demiromantische Menschen. Das sind Menschen, die keine oder nur wenig romantische Anziehung zu anderen empfinden. Wir richten uns aber genauso an Angehörige und Parter*innen, die einen wichtigen Menschen konstruktiv unterstützen möchten oder selbst Unterstützung in Umgang mit dessen Lebensweise suchen.

Wie läuft ein typisches Treffen ab? Was besprecht ihr so?

Wir wechseln jeden Monat zwischen geschlossenen Treffen und offenen Treffen. Die offenen Treffen richten sich an all diejenigen, die sich auf dem Spektrum verorten, diejenigen, die sich über das Thema der Asexualität und Aromantik informieren möchten und an Angehörige oder Partner*innen, die neben Informationen auch Unterstützung suchen. Bei den Treffen bereiten wir Präsentationen vor, zum Beispiel zu Themen wie „Sexualisierte Werbung“ oder „Queere Beziehungsformen“. Ein offenes Treffen läuft typischerweise so ab, dass wir einen Input in die Gruppe geben oder alle zusammen in der Gruppe etwas ausarbeiten. Im Anschluss können sich die Anwesenden dann besser kennen lernen und sich austauschen – in ganz lockerer Atmosphäre, meist in Kneipen oder Cafés.

Bei den geschlossenen Treffen möchten wir einen geschützten Raum schaffen. Hier sitzen wir gemütlich zusammen, tauschen uns über Aktuelles aus, sprechen über Erfahrungen, Ängste, Sorgen und geben uns gegenseitig Unterstützung.

Unser Ziel ist es, dass jeder und jede sich in diesem geschützten Rahmen wohl fühlt und Informationen erhält, die er oder sie sucht.

Wie viele Menschen nutzen euer Angebot?

Das ist sehr unterschiedlich und hängt von mehreren Faktoren ab. Da auch viele Student*innen unsere Gruppe besuchen, ist gerade die Prüfungs- und Semesterphase die Zeit, in der nicht so viele Menschen zu uns kommen. Auch sind wir bei den offenen Treffen mehr Personen als bei den geschlossenen. Ingesamt kommen wir aktuell auf eine Gruppengröße von etwa 15 aktiven Gruppenbesuchern und – besucherinnen.

Wie kann man euch erreichen, wenn man gern teilnehmen möchte?

Wir treffen uns immer am ersten Freitag im Monat. Am besten schreibt man eine E-Mail an a_team-info[at]gmx.de mit dem Betreff: ATeam. Wir werden uns dann anschließend bei der Person zurück melden und den Ort für das nächste Treffen bekannt geben. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass es keinerlei Verbindlichkeit gibt, an den Treffen teilzunehmen. Wer kommen mag, der kommt und wenn es heute nicht passt, dann freuen wir uns darüber, wenn es beim nächsten Mal klappt.

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