Die Hexe Baba Jaga – Das große Finale

Am 11.09.2016 öffneten sich bei der Premiere von „Die Hexe Baba Jaga – Das große Finale“ die schweren Bühnenvorhänge und leiteten das letzte Kapitel der Hexologie – welche in Sachsen schon Kultstatus genießt – ein.

777 Jahre als Hexen-Dasein haben ihre Spuren hinterlassen. Baba Jaga ist in die Jahre gekommen. Und gerade, wenn man glaubt, dass das alte Weib schon alles gesehen, alles erlebt und jeden Zauber schon einmal angewendet hat, kündigen sich zwei ungebetene Gäste an, bei dem Einer unwillkommener ist als der Andere. Auch mit dem Herz einer alten Hexe ist nicht zu spaßen. So kommt es, dass die bereits in Rente gegangene Hexe Baba Jaga vom Tod heimgesucht und auf Ihre letzten Minuten zum Leben hingewiesen wird. Zu allem Überfluss wird Sie außerdem durch den Besuch Ihrer Schwester, Obaba aus Alabama, auf eine Zerreißprobe gestellt.

Das Stück überzeugt vor allem durch Rainer König (Baba Jaga). 11 Jahre Erfahrung als schrecklich schöne Hexe führen dann eben doch dazu, dass eine Rolle nicht nur gespielt, sondern regelrecht verkörpert wird. Das Theaterstück „Die Hexe Baba Jaga“ macht als Erstes mir bekanntes Stück eine sonst nur als Antagonisten zu sehende Rolle zum Protagonisten – und das fällt auf. Positiv.

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Während wir für Bösewichte Made by Disney und Hollywood nur Wut und Hass übrig haben, durchleben wir mit Baba Jaga eine Achterbahnfahrt an Gefühlen. Eine Hexe, welche uns nicht nur die Vorsicht und die Angst vor Ihr lernt, sehen wir gerne im Mittelpunkt des Geschehens. So kommt es, dass sich über die Probleme der Hexe nicht gefreut wird. Bei „Der Zauberer von OZ“ reichen die Emotionen des Zuschauers nur für „Hurra Hurra die Hex ist tot“. Die alte Baba Jaga schafft dabei einiges mehr.

Über Schadenfreude, zur Kicherei und Lachkrämpfen, bis hin zu echten Tränen, erlebt das Publikum die volle Palette an Gefühlen. Und so wird unser Ausflug in das sächsische OZ um Längen interessanter. Dagegen wirkt die Smaragdstadt wie eine öde Steppe.

Und hier gilt es die Leistung über die Schauspieler hinaus zu betrachten. Olaf Becker (Regie) ist der heimliche Held des Theaterstück „Die Hexe Baba Jaga – Das große Finale“. Er hat sich im Gegensatz zu anderen Inszenierungen abgewandt vom Epischen Theater – welches im Staatschauspiel Dresden in den letzten Monaten eine unglückliche Umsetzung erfuhr – und ganz dem klassischem Theater gewidmet.

Ein cleverer Schachzug.

Das bewusste Weglassen des sogenannten „V-Effekts“ ermöglicht es auch jungen Besuchern das Stück einwandfrei zu verstehen. Weg vom Interpretieren der Handlung hin zum Identifizieren mit dem Geschehen. Das ist was Theater groß macht. Das ermöglicht Gefühle.

Besonders der Schluss überzeugt mit viel Raffinesse. Statt traurigem Ende oder Happy End erfindet das Stück eine ganz eigene (fast schon lehrreiche) Fabel ähnliche Art und Weise das Stück zu beenden. Wer sagt, dass der Tod was schlechtes sein muss? Dem Publikum gleichzeitig Tränen und Lachen zu entlocken, ist eine Meisterleistung. Ein Tipp: das nächste Mal im Vorfeld Taschentücher verteilen. Ich habe kein trockenes Auge gesehen. Und ich möchte meinen, dass selbst Rainer König (Baba Jaga) eine Träne über die krumme Hexennase geflossen ist.

Ein unverständlicher Sachzug ist aber, dass im Dezember „die Hexe Baba Jaga Teil 1“ wieder aufgeführt wird. Das wirkt nach dem tragischen, Tränen treibendem Ende ein bisschen unangebracht. Allerdings ermöglicht es treuen Baba Jaga Fans die Hexologie erneut zu erleben. Wie ein gutes Buch, welches man glücklicher Weise immer und immer wieder lesen kann.

„Die Hexe Baba Jaga – das große Finale“ ist definitiv eine Bereicherung für Dresdens Theater-Szene. Standing Ovations spricht für sich und macht eine Theaterkritik fast unnötig.

Wer Lust bekommen hat, kann sich hier alle Informationen zum Stück angucken.

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