10 Tipps für die Kaisermania – und wie man sie übersteht!

Dresden ist verkaisert! Die nächsten zwei Wochenenden heißt es wieder KAISERMANIA. Und wir sagen euch, wie ihr sie ordentlich übersteht!Es war der Wahnsinn letztes Jahr. Innerhalb von neun Stunden waren alle vier Roland-Kaiser-Konzerte am Elbufer ausverkauft. Jetzt noch ’ne Karte bekommen? Fehlanzeige! Es sei denn man will sich samt seiner sauer ersparten Millionen in den blühenden Schwarzmarkt werfen. Aber es gibt ja immerhin viermal 13.000 Leute, die sich ab heute Abend vor der Bühne die Stimmen heiser singen können. Und ungefähr nochmal so viele, die auf den Elbwiesen und -brücken dabei sind. Ihr alle solltet auf Folgendes achten.

1. Die richtige Vorbereitung ist alles

Festes Schuhwerk, Sonnencreme und in diesem Sommer auch Regenponcho (wahlweise Mülltüte) – das ist das Mindeste, was ihr dabei haben solltet. Die Profis packen natürlich einen Rucksack, der in etwa der Wichtigkeit einer Kliniktasche für werdende Eltern entspricht. Da drinnen dürften sich dann ausgedruckte Kaiser-Texte (zum Signieren), leuchtende Winkelemente, seltsame Pailletenhüte (für die ganz Verrückten) und natürlich jede Menge Mini-Klopfer-Schnäpschen befinden. Letztere werden selbstverständlich am Einlass von der Security aus besagtem Rucksack herausgefischt und müssen dann ganz schnell vor Ort ausgetrunken werden.

2. Ein Kaiser-T-Shirt tragen

Eine Oberbekleidung (Nikki) zu tragen, die thematisch passt, ist auf dieser Veranstaltung ein Muss. Ob nun des Kaiser zartes Antlitz junger Jahre dieses Stück Stoff als Druck adelt oder es einfach nur charmant großflächig „K A I S E R !!!111“ von der Obertrikotage brüllt, ist dem Geschmacke des Trägers oder der Trägerin überlassen. Der wahre Fan hat sich natürlich eigens ein Shirt drucken lassen. So ein Fan-Shirt hat schon immer die Kreativität selbst aus Manfred und Sabine gelockt. Song-Zitate sind besonders beliebt oder Sprüche wie „Das ist ein KAISER Ding, das verstehst du nicht“. Viele Damen tragen offensiv den Namen „Joanna“ am Leibe als wär’s ein Manuel-Neuer-Trikot. Oft sind auch Rückschlüsse auf Biografie und Herkunft der Träger möglich. T-Shirt-Drucke der Art „Sibylle & Bernd, seit Kaisermania 2013 ein Paar, seit 2015 Eltern von Elias“ oder auch „Wolfen grüßt ROLAND“ (wo ist Wolfen?) sind nicht nur erlaubt, sondern gar erwünscht.

3. Alkohol

Die Kaisermania gehört nicht zu den Kulturveranstaltungen, die nüchtern ihre Wirkung entfalten. Im Rahmen der Vorbereitung sollten bereits einige Mengen an Prosecco/Rotkäppchen/Fruchtsecco genossen werden. Warum nicht direkt am Freitagnachmittag schonmal im Büro mit den Kollegen auf’s Kaiser-Wochenende anstoßen? Auf dem Festivalgelände selbst gibt es natürlich mannigfaltige Möglichkeiten, diverse Getränke zu erstehen und sich zuzuführen. Das Filmnächte-Team ist wie jedes Jahr gut vorbereitet und hält Unmengen an alkoholischem Blubberwasser in handelsüblichen 0,4er-Konzertbechern bereit, die auch gern im Sechser-Träger bestellt werden dürfen. Dabei ist darauf zu achten, möglichst viele verschieden bedruckte Merchandise-Becher zu ergattern, die dann den Rest des Jahres an diesen wunderbaren Abend erinnern.

4. Songs mitsingen

Dieser Punkt ist mit dem wenigsten Vorbereitungsaufwand verbunden, denn Textlernen muss man dafür nicht. Das Kulturgut Roland-Kaiser-Lieder ist fest im Hirne der Hiesigen verankert. Jeder, der mal auf einem Dorffest/einer Familienfeier/einer Kaffeefahrt war, kann mindestens drei Kaiser-Songs mitgröhlen: „Sieben Fässer Wein“, „Santa Maria“ und „Dich zu lieben“. Seit 2014 gehört auch „Warum hast du nicht nein gesagt“, ein eingängiges Duett mit der Kelly’schen Maite, zu dem Repertoir eines jeden Schlager-Ohrwurm-Gebeutelten. Und wenn man dann auf dem Konzert steht, dann fallen einem die ganzen anderen Texte spontan auch wieder ein.

5. Songs auch mal falsch mitsingen

Es gehört zum Fachwissen jedes guten Laut-im-Auto-Mitsingers: Textliche Korrektheit ist völlig überbewertet. Und wen interessiert es schon, wer bei Santa Maria aus Träumen geboren wurde oder was nach dem Choral mitgesungenen „Manchmal möchte ich schon mit dir…“ eigentlich folgt. Natürlich lässt es sich das Publikum alljährlich nicht nehmen die zärtlich besungene „Joanna“ als „geile Sau“ und „Luder“ zu verballhornen, obwohl diese Textzusätze einer schmachvollen Bearbeitung des Kaiser-Klassikers durch irgend einen Ballermann-Barden namens „Tommy“ entstammen (logisch, solch unedle Worte würden nie des Kaisers Mund verlassen). Hier gilt: Mut zur Lücke. Am Ende fließen die Worte doch alle in einen herrlichen, verliebten Wort-Brei aus den Kehlen von Kaiser-Jüngern zusammen und alle werden glücklich sein.

6. Gutes Kaiser-Insiderwissen anhäufen

… und jederzeit unaufgefordert zum Besten geben. Roland Kaiser mag die „Sieben Fässer Wein“ nicht, weil das Lied urspünglich für Rex Gildo geschrieben war und gar nicht in sein Restwerk passt. In Wien musste das Roland-Kaiser-Konzert dieses Jahr in eine größere Halle verlegt werden. Roland Kaiser war 67 Mal bei Dieter Thomas Heck in der ZDF-Hitparade. Detailtieres Auskennertum unterstreicht die Fankompetenz und bereichert auch ahnungslose Beobachter.

7. Bekanntschaften schließen

Auf der Kaisermania kann man grundsätzlich jeden ansprechen. Und auch direkt duzen. Klassenunterschiede verwischen auf der T-Shirt’schen Uniform. Hier sind alle Freunde. Und hier sind alle nett. Und hier sind alle sehr, sehr, seeeeehr gut drauf. Also forsch voran und fleißig Selfies machen mit Fremden, die man dann morgen auf Facebook bestaunen kann, nachdem sie des nächtens im Rausche hochgeladen worden sind (denn während des Konzerts bricht ja immer der Empfang zusammen).

8. Keinen (!!!) Wodka trinken

Es besteht eventuell eine klitzekleine Möglichkeit, dass die Autorin dieses Textes auf einem Kaiserkonzert schon einmal einen Wodka (oder vielleicht auch mehr) genossen hat. Sie rät davon ab, es ihr gleich zu tun und würde es auch nicht wiederholen.

9. Unbedingt das Feuerwerk fotografieren (besser aufnehmen)

Ich wette, niemand der filmenden Oh- und Ah-Sager hat jemals an einem regnerischen Sonntagnachmittag gesagt: „So, und jetzt gucken wir uns mal das Feuerwerk vom Stadtfest 2012 an“. Niemand! Trotzdem finden sich tausende und abertausende digitale Fotografien und Videos von im Nachthimmel explodierender Pyrotechnik auf den Speicherkarten von Mobiltelefonen der Nation. So sei es auch hier. Wir wollen ja nicht auffallen.

10. 1-2-Tipp auf der Aftershow-Party tanzen

Wer nach dem Motto „Nüchtern zu schüchtern, besoffen zu offen“ lebt, ist auf der Aftershow-Party in guter Gesellschaft. Wenn der Kaiser die Bühne verlässt , verlagert sich das Geschehen nach oben und auf dem Hang dürfen noch circa dreimal alle Roland-Kaiser-Hits seit 1976 genossen werden. „Zu offen“ ist hier eigentlich jeder. Frei nach dem Song „Amore Mio“ (tausche die „4, 5 Rotwein“ gegen 7 Prosecco) wird hier getanzt, gefummelt und die Kuh fliegen gelassen. Die Kaisermania lädt zum verweilen bis in die frühen Morgenstunden ein und das kann man in vollen Zügen genießen. Zumindest, wenn man keinen Wodka getrunken hat.

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