10 Dinge, die du nur kennst, wenn du in Dresden studierst

Dresden ist in jeder Hinsicht besonders. Und ein paar Dinge kennt man eben nur, wenn man hier studiert. 

1. Die fragwürdige Kreativität bei der Benennung von Mensen

Ob U-Boot, Grill Cube oder Zeltschlösschen – die Namen der Mensen hier lassen dich zwischen Verwunderung und Albernheit schwanken. Ich meine „Zeltschlösschen“ (hihi, wie Feldschlösschen) wurde beispielsweise von Studierenden selbst vorgeschlagen. Über die Nüchternheit jener bei der Ideenfindung kann man nur spekulieren. Aber ehrlich jetzt, teilweise hat man schon sehr tief in die Wortspielkiste gegriffen. Quasi bis auf die tiefsten Abgründe dieser Kiste hinab: Mensologie (Medizin), StimmGabel (Hochschule für Musik) oder Menser TellerRandt (in ThaRANDT – Hilfe). Da weiß man gar nicht, ob man’s mies oder genial finden soll.

2. Dein Essen in der Zeltmensa von „Emil“ zahlen lassen

Der Campus, die ewige Baustelle. Das Speisen in Versorgungszelten kennen vermutlich eher Soldaten und Soldatinnen im Auslandseinsatz. In Dresden darf man’s ab dem ersten Semester erleben. Ausgefallen! Genauso wie das elektronisches Bezahlungssystem – super modern. Emeal heißt das Zahlungskärtchen. EMIL soll es gesprochen werden. Wie dein kleiner Taschenfreund, der dich füttert. Im Zelt! Das soll uns erstmal jemand nachmachen.

3. Die legendäre Bierstube 

Eine klaffende Wunde auf dem Campus hat sich aufgetan als die Bierstube – Campuskneipe und Wohnzimmer tausender und abertausender Student*innen – Ende 2014 schließen musste. Noch heute wird jedem Ersti von diesem magischem Ort berichtet, an dem man morgens ab 9 schon Bier trinken konnte, üppig-ungesunde Mahlzeiten zu frech-günstigen Preisen konsumieren dürfte und sich auf jede Prüfung vorbereiten wollte. Nach dem Uni-Sport noch einen Saft? Geh in die Bierstube! Ein Date? Bierstube is the place to be! Deine Freunde aus Schulzeiten besuchen dich? Bring sie in die Bierstube und kassiert ein Hausverbot. Die Bierstube ist für immer in die Analen der Uni eingegangen und wird nie vergessen sein. R.I.P.

4. Mindestens ein Geschirrteil mit dieser Aufschrift im Schank haben

„Lieber mensen gehen“ – und du weißt überhaupt nicht, wie es dahin kommt. Es war einfach da!

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5. Studentenclubs, Studentenclubs, überall Studentenclubs

Dresden ist die Stadt mit den meisten Studentenclubs in ganz Deutschland. Über zehn gibt es hier. Man findet sie in Kellern, in Wohnheimen oder sogar in den Festungsmauern Dresdens. Und eins haben alle gemein: Günstige Getränke und jede Menge Anlässe, diese Getränke zu konsumieren.

6. Wissen, was NaWa heißt

Legendäre Partys gibt’s an jeder Uni. Bei uns heißen sie Architektentaufe, Endriss-Party oder NaWa – die mundfaule Abkürzung für die alljährliche Nachtwanderung im Mai. Was so romantisch klingt, ist ein beachtliches Besäufnis von bis zu 8.000 Menschen, die teils mit Shuttle Bus teils auf Schusters Rappen von Studentenclub zu Studentenclub tingeln. Kulturprogramm und Freibier sind auch dabei. Husband-Material eher nicht…

7. Die grenzenlose Freiheit des Sachsentickets

Görlitz, Heidenau, Claußnitz – mit deinem Semesterticket kannst du selbst die hinterste Ecke unseres schönen Bundeslandes entdecken. Erkunde Landstriche, in denen die AfD bei der Bundestagswahl über 40 % der Stimmen erreicht hat. Besuche Orte, die es nur in die bundesweite Presse schaffen, wenn eine Asylunterkunft eröffnet wird 😉 Nee, mal im Ernst: Am Wochenende mit der Bahn zum Klettern in die Sächsische Schweiz oder zum Feiern nach Leipzig (haha als ob) – und das immer ganz kostenlos – das ist schon ziemlich nice!

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8. Eine ESE-Tour in der Neustadt machen

Die örtliche Erstsemestler-Einführung hat viele Gesichter. Das bekannteste jedoch zeigt sich während des gesamten Oktobers in der Neustadt. Die Erstis werden erstmal gründlich durch das Party-Viertel geführt. Zu erkennen sind sie an halbvollen Pfeffi-Flaschen, noch fremd-wirkender Mundart (bevor sie quasi lernen, ordentlich „nu“ zu sagen), dem rudelhaften Erscheinungsbild und dörflicher Verwunderung. Diese Gruppen gehören zu Dresden und sind zumeist das liebenswerteste Massenphänomen, das die Stadt kennt.

9. Herz-Schmerz-Anzeigen in der CAZ

Die Campuszeitung ist natürlich ein Medium von Weltrang mit höchster Reichweite. Und klar kann man an den Privat-Anzeigen nicht vorbeiblättern. Du suchst einen Paarungspartner für deinen Hamster? Inseriere in der CAZ! Du hast deine Traumfrau – Jeans, Pulli, Gesicht – in der 61 kennengelernt, aber ihr habt euch nicht direkt auf Facebook geaddet? Finde sie über die CAZ! Du suchst zwanglose Sexkontakte mit jungen Dingern? Schreib’s in die CAZ – ich meine, niemand wird sich melden (die Leute sind auf Tinder), aber jeder liest sowas gern bei Kaffee und Kippchen hinter der SLUB.

10. Das Gruppen-Erlebnis „61 fahren“

Dresden ist eine Stadt der Stolz machenden Superlative. Das zeigt auch der Fakt, dass die Linie 61, die täglich tausende Studis über den Campus kutscht, eine der am höchsten ausgelasteten Buslinien der Republik ist. Beim Einstieg muss man sich grundsätzlich wie auf einem Rugby-Spielfeld aufführen und beim Ausstieg mindestens zwei Fahrradfahrer umrennen. Beim Versuch, noch ein paar mehr Leute in den Bus zu bekommen, sind bereits etliche Studierende zu Diamanten gepresst worden. Und trotzdem ein Kinderwagen und ein Fahrkartenkontrolleur passen immer noch rein! 61 fahren heißt, das Leben zu spüren.

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